Bad Langensalza: Zwei Häuser am Entenlaich sollen saniert werden

Bad Langensalza  Die Häuser 12 und 13 sind die letzten unsanierten in der Straße Entenlaich in Bad Langensalza. Das soll sich nach Aussage der Investoren bald ändern. Zum Tag des offenen Denkmals waren die Gebäude für Besucher geöffnet.

Der Innenhof des Entenlaichs 12 (rechts ) und 13. Die umfassende Sanierung der Gebäude beginnt in Kürze. Zum Denkmaltag öffneten die Besitzer die ansonsten verschlossenen Türen und erläuterten Besuchern ihre Pläne.

Der Innenhof des Entenlaichs 12 (rechts ) und 13. Die umfassende Sanierung der Gebäude beginnt in Kürze. Zum Denkmaltag öffneten die Besitzer die ansonsten verschlossenen Türen und erläuterten Besuchern ihre Pläne.

Foto: Daniel Volkmann

Schon lange hat der „Fischermann“ kein Tageslicht mehr gesehen. Eingesperrt in einen Holzkasten wartet die kunstvoll geschnitzte, hölzerne Ziersäule am Haus Entenlaich 12 auf ihre Sanierung. Die steht bevor: Die Immobilienfirma Vivatur hat die Gebäude 12 und 13 erworben und will sie denkmalgerecht sanieren.

Die Säule, die möglicherweise Bacchus oder Neptun zeigt, fällt besonders auf, weil sie genau im Straßenknick steht. Laut dem Heimatkundler Hermann Gutbier spielt die Darstellung des Mannes mit dem Fisch auf den Namen des ersten Besitzers an: Gabriel Fischer ließ das Wohnhaus im Jahre 1700 bauen.

Zum Denkmaltag am Sonntag ermöglichten die Vivatur-Eigner Daniel Böttcher, Markus Preylowski und Sebastian Sander nun Neugierigen die Chance, einen Blick in den großen Innenhof und die beiden Häuser zu werfen und sich die Pläne anzuschauen. 15 barrierefreie Wohneinheiten sollen hier entstehen, sagte Sebastian Sander. Dabei werde der Zuschnitt im Inneren weitgehend beibehalten. Die Nummer 13 bekommt ihr 3. Stockwerk wieder , das die Stadt als Vorbesitzer aus Gründen der Sicherung abtragen ließ.

Wohnungen werden mit Fahrstuhl erschlossen

Im Innenhof entstehen drei Wohnungen als Neubauten; dazu kommen Stellplätze, Grünflächen und der Mühlbach, der hier einst floss, soll als Wasserspiel wieder angedeutet werden. Die bestehenden Gebäude werden mit einem Anbau erschlossen, in den auch ein Fahrstuhl kommt. Die Wohnungen werden dann über Laubengänge erreichbar sein, sagte Sander.

Erhalten werde man das, was aus denkmalpflegerischer Sicht schützenswert ist: Zum Beispiel den Travertin-Gewölbekeller, der aber nicht genutzt werden soll; das hölzerne Treppenhaus in der 13, einige Türen, eine Stuckdecke, die Renaissance-Steingewände um die Fenster.

Die Fassaden sind bereits freigelegt. Das Haus 13 wird zur Straße sein kunstvolles Fachwerk zeigen, an der 12 bleibt die waagerechte Rähmzone mit den Balkenköpfen sichtbar, die fehlen, aber ersetzt werden.

Beginnen werde man mit dem Dach, so Sander. Im Januar mache man sich ans Entkernen der Räume, die über die Jahrhunderte Veränderungen erfuhren und noch die DDR-Zeit widerspiegeln. Er rechne mit rund zwei Jahren Bauzeit. Am Ende biete man in den Gebäuden Wohnungen für jedes Alter in ruhiger Lage und trotzdem mitten im Stadtzentrum. Die gibt es auch am Wiebeckplatz 5, den Vivatur ebenfalls saniert – die acht Wohnungen und der Laden, in den ein „Subway“ einziehen wird, sollen dieses Jahr fertig werden. Auch die ehemalige Schule in Bickenriede haben die Investoren zu Wohnungen umgebaut.

Zum Tag des offenen Denkmals im Kreis gab es über 100 Angebote. In Bad Langensalza konnte etwa ausnahmsweise der noch gesperrte Turm der Marktkirche bestiegen werden. Außerdem gab es hier Erläuterungen zur Orgel und zu den frisch sanierten Malereien an der Decke.

Die Gästeführer hatten zum Tages-Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ einen Rundgang konzipiert, der auch zum Glaskubus neben dem Rathaus führte und im Naturgarten des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) endete.

In Mühlhausen war die Kugelleichsmühle eine von sieben Stationen, die die Gäste am Sonntag anlaufen konnten. Sie wird derzeit saniert. Zudem war der Denkmaltag hier kombiniert mit einem verkaufsoffenen Sonntag.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.