Der Tradition verpflichtet: Vereine feiern dreifach in Mühlhausen

Landkreis  Landsenioren, Trachtengruppen und Traditionsvereine feiern erstmals gemeinsam auf dem Berufsschulgelände in Mühlhausen

Zum Beginn des Traditions, Trachten- und Erntefestes zogen die Trachtengruppen feierlich in die Görmarhalle ein, begleitet von den Klängen des Musikvereins Altengottern.    

Zum Beginn des Traditions, Trachten- und Erntefestes zogen die Trachtengruppen feierlich in die Görmarhalle ein, begleitet von den Klängen des Musikvereins Altengottern.    

Foto: Klaus Wuggazer

Erstmals gemeinsam wurden am Wochenende das 15. Traditionsfest des Unstrut-Hainich-Kreises sowie das 24. Kreistrachtenfest und das Erntefest der Landsenioren gefeiert. In der Görmarhalle gab es dazu am Samstag Kaffee, Kuchen und Unterhaltung für die rund 400 Gäste. Zur Eröffnung zogen – mit Landrat Harald Zanker (SPD) und der Pflaumenblütenkönigin Franziska Luig an der Spitze – die Trachtengruppen ein aus Faulungen, Heyerode, Mehler, Hüpstedt und Großengottern.

Mit dem Erntefest wolle man auch der Landwirtschaft danken für ihre „fleißige und verantwortungsvolle Arbeit“, sagte Christa Runge, Vorsitzende der Landsenioren. Landwirte sorgten für gute und gesunde Ernährung und verdienten Vertrauen.

Die Landsenioren, von denen viele selbst im Agrarbereich gearbeitet hätten, seien „unser Sprachrohr in den Dörfern“, sagte Andreas Fernekorn, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Das Ziel sei, die Bevölkerung gut und regional zu ernähren, aber die Betriebe müssten auch wirtschaftlich arbeiten. Dazu seien Kompromisse zwischen Ökonomie und Ökologie nötig.

Zuchttiere und nostalgisches Gerät

Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) freute sich, dass das Traditionsfest nach 2013 wieder in Mühlhausen zu Gast war. Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und mehrere Landtagskandidaten schauten auf Wahlkampf-Stippvisite bei den Senioren vorbei. Der Landrat, der auch 1400 Euro Förderung übergab, dankte allen Helfern, die das Fest mitgestalteten.

In der Halle und auf dem Gelände der Berufsschule in Görmar gab es Infostände, Zuchttierschauen, Kinderangebote und viel nostalgisches Gerät zu sehen – von alten landwirtschaftlichen Maschinen über die Produkte der Röhrenwerker bis hin zu Trabbis, Wartburgs und anderen Oldtimern.

Der Verein zur Förderung handwerklicher Traditionen hatte eine mobile Brauerei dabei, die 1994 gebaut wurde. Man wolle sie am Museum im Schafstall von Anrode sogar mal wieder in Betrieb nehmen, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Jonas Urbach.

Trotz des durchwachsenen Wetters kamen im Lauf des Wochenendes auch Besucher auf das Berufsschul-Gelände, um sich die alten Autos, Landmaschinen und die historische Technik anzuschauen.

Beim historischen Landmaschinen- und Heimatverein Großmehlra konnte man sich zum Beispiel an einem Göpel probieren: Pferde trieben damit eine Welle an, an die Maschinen angeschlossen werden konnten, etwa zum Dreschen von Stroh.

Auch an den Ständen in der Halle gab es viel zu erfahren, etwa über die Imkerei, zum Naturschutz und zur Woll-Herstellung.

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