Eine Krone für stinkenden Bad Tennstedter Molch

Friedemann Mertin
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Zur Eröffnung des Festes in Bad Tennstedt setzten der Frauenchor und Bürgermeister Jens Weimann (rechts) eine Krone auf die Schwefelquelle.

Zur Eröffnung des Festes in Bad Tennstedt setzten der Frauenchor und Bürgermeister Jens Weimann (rechts) eine Krone auf die Schwefelquelle.

Foto: Friedemann Mertin

Bad Tennstedt  Das 204. Heimat- und Brunnenfest muss ohne Quellprinzessin auskommen. Fronveste hat wieder regelmäßig geöffnet.

Kleiner und ein bisschen anders als sonst präsentierte sich das Heimat- und Brunnenfest in Bad Tennstedt. Statt wie sonst üblich an drei Tagen wurde die 204. Auflage an einem Wochenende gefeiert. Selbst die frisch gekürte Quellprinzessin war nicht anwesend.

„Vivian repräsentiert unsere Stadt beim Thüringentag in Sömmerda. Der Ministerpräsident ist dort, da konnte ich schlecht sagen, sie soll hierbleiben“, erklärte Bürgermeister Jens Weimann (CDU) und nahm es sportlich. Zur Eröffnung des Festes wurde dem „stinkenden Molch“ – gemeint ist die Schwefelquelle – traditionell eine Blumenkrone aufgesetzt.

Das Gebinde wurde dieses Jahr vom Frauenchor zur Schwefelquelle getragen. Der Unterbau für die Pflanzen wurde vom Metallbauer Rolf Kemmer neu angefertigt. Die alte Blumenkrone hat im Laufe der Jahre gelitten.

Noch vor der Festeröffnung stand eine Wiedereröffnung. Der einstige Kerkerturm der Stadt, die Fronveste, soll ab sofort wieder regelmäßig besichtigt werden können. Seit 1993 beherbergt der Turm das Stadtmuseum. Doch seit etwa drei Jahren war das Museum geschlossen, nur zum Tag des offenen Denkmals wurde die Tür aufgesperrt. Der ehrenamtliche Aufwand war zu groß.

„Als Kultur- und Heimatverein ist es unsere Aufgabe, die Geschichte der Stadt zu bewahren. Mit Bundesfreiwilligendiensten, Vereinsmitgliedern und sogar Nachbarn, die hier stundenweise die Betreuung übernehmen wollen, können wir das Angebot wieder machen“, sagte Gabriele Méresse vom Kultur- und Heimatverein. Alle 14 Tage soll am Wochenende für zwei Stunden geöffnet sein.

Ausgestellt sind unter anderem steinerne Zeugen der Ur- und Frühgeschichte, Kinderspielzeug und Hausrat aus vergangenen Jahrhunderten sowie eine ländliche Apotheke.

Ein gutes Jahr richteten Vereinsmitglieder, freiwillige Helfer und Stadtmitarbeiter das Museum wieder her. Firmen der Stadt unterstützten das Projekt mit Material und Maschinen.