Erste Großwelsbacher Gnadenhochzeit gefeiert

Großwelsbach  Helma und Egon Hofmann sind seit 70 Jahren ein Paar. Kennengelernt haben sie sich beim gemeinsamen Zug durch die Dörfer

Helma und Egon Hofmann begingen am 9. Oktober 2019 ihre Gnadenhochzeit – 70 Jahre Ehe. Hier sitzen sie auf einer Bank vor ihrem Haus in Großwelsbach.

Helma und Egon Hofmann begingen am 9. Oktober 2019 ihre Gnadenhochzeit – 70 Jahre Ehe. Hier sitzen sie auf einer Bank vor ihrem Haus in Großwelsbach.

Foto: Friedemann Mertin

Zwei Menschen, die sieben Jahrzehnte als Paar miteinander verbringen, müssen eine besondere Beziehung zueinander haben. Auf die Frage, was das Rezept für eine derart lange Ehe ist – neben Gesundheit und körperlicher Fitness – lächelt Helma Hofmann (89 Jahre) in sich hinein und sagt erstmal nichts. Ihr Gatte Egon Hofmann (90 Jahre) sagt, man müsse tolerant und bereit für Kompromisse sein. „Bei keinem Paar ist immer alles Gold. Es gibt auch trübe Zeiten. Aber wir gehören einfach zusammen.“

Am 9. Oktober 1949 fuhr die Pferdekutsche in Großwelsbach vor und brachte die einander Versprochenen ins benachbarte Bothenheilingen aufs Standesamt, am Nachmittag ging es in die Kirche. Es sei genau das gleiche Wetter gewesen wie jetzt zum 70-Jährigen – ein milder, wechselnd bewölkter Herbsttag mit Sonnenschein.

Dass die beiden zueinander gefunden haben, sei „automatisch“ passiert, wie es Egon Hofmann ausdrückt. „Sie kam als junge Frau aus Ostpreußen zu uns, ich bin ein Großwelsbacher. Damals hielt das junge Volk zusammen. Wir gingen spazieren und zum Tanzen in die umliegenden Dörfer. Irgendwann wurde aus Freundschaft Liebe und ich habe ihr einen Antrag gemacht“, berichtet er.

Während Helma Hofmann 35 Jahre lang die Poststelle für Großwelsbach und die Nachbarorte verwaltet hat, ging Egon Hofmann mehreren Berufen nach. Auch er war bei der Post, war aber auch als Flugmotorenschlosser, als Feldbaumeister, bei der Feuerwehr, der Kriminalpolizei und zuletzt 17 Jahre in der Schweinezucht der LPG in Bothenheilingen tätig.

Großwelsbach bleiben die beiden treu. Hier haben sie ihr Haus. Zwei Töchter haben sie in die Welt gesetzt. Mittlerweile summiert sich die Nachkommenschaft auf drei Enkel, fünf Urenkel und zwei Ururenkel.

Als Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) und Ortsteilbürgermeister Horst-Günther Aurin (parteilos) gratulierten, sagte Aurin, dass dies seines Wissens die erste Gnadenhochzeit in Großwelsbach ist.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.