Guten Morgen Unstrut-Hainich-Kreis

Grusel in Weberstedt

Friedemann Mertin hört Krimis aus den Sechzigern.

Friedemann Mertin

Friedemann Mertin

Foto: Alexander Volkmann / TA

Die Straße ist spärlich beleuchtet, Nieselregen nässt die Autoscheibe, die Wischer schmieren. Es ist spät, ich fahre durchs dunkle Weberstedt, weiter Richtung Schönstedt. Keine Menschenseele ist zu sehen.

Im Radio läuft ein Krimi-Hörspiel aus den 60er-Jahren. Diese tragen klangvolle Titel wie „Der Mörder kommt um elf“, „Lehrjahre der Angst“ oder „Das Geheimnis von Schloss Greifenklau“. Namhafte Schauspieler sprechen die Rollen, sei es der ermittelnde Inspektor, die lauschende Vorzimmerdame oder der irre Zahnarzt.

Die meisten Geschichten spielen im englischsprachigen Raum. Nicht selten beginnt die Handlung in einem Pub, wo der Protagonist direkt gewarnt wird, die mysteriöse Villa am Ortsrand nicht zu betreten – immerhin sind die letzten drei Besucher des Grafen nicht zurückgekehrt. Natürlich hält das den Hauptcharakter nicht ab und es kommt, wie es kommen muss.

Nun kenne ich Weberstedt und Schönstedt und auch viele der Menschen dort. Irre Zahnärzte oder mordende Grafen gibt es dort meines Wissens nicht. Dennoch: Im Dunkeln, bei Regen, ganz allein vor dem Schloss Goldacker oder der Schönstedter Schenke. Nur schnell weg!

Übrigens: Die Hörspiele gibt’s im Internet – suchen Sie nach „Kein Mucks“.