Kosten für Kita in Neunheilingen steigen stark an

Neunheilingen.  Regionalverband Mitte-West-Thüringen der Arbeiterwohlfahrt orientiert Gehälter künftig am Tarif des öffentlichen Dienstes.

Im Bild ist die Alte Schule in Neunheilingen, die mittlerweile auch von der Kita genutzt wird. Die „Arche Nouva“ ist voll besetzt.

Im Bild ist die Alte Schule in Neunheilingen, die mittlerweile auch von der Kita genutzt wird. Die „Arche Nouva“ ist voll besetzt.

Foto: Daniel Volkmann

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Mit einem lachendem und einem weinenden Auge segneten die Gemeinderäte von Neunheilingen den Wirtschaftsplan der Kita ab. Die von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betriebene Einrichtung ist voll. 32 Kinder werden dort unter der Woche von vier Pädagoginnen betreut. Das kostet Geld. 288.250 Euro Gesamtausgaben veranschlagt die Awo für das kommende Jahr. Das sind knapp 46.000 Euro mehr als 2019 – etwa 19 Prozent Aufschlag.

Die Ursache liegt laut Awo vor allem in den steigenden Personalkosten. Der Awo Regionalverband Mitte-West-Thüringen hatte im April angekündigt, für seine etwa 1200 Beschäftigten eigene Tarifverhandlungen zu führen. Gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wurde ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt, der sich an den Konditionen des Öffentlichen Dienstes orientiert. Ab dem 1. Januar 2020 erhalten die Beschäftigten zehn Prozent mehr Lohn (diese Zeitung berichtete mehrfach).

„Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein und unseren Personalbestand langfristig stabil halten. Die Zahl der Pädagogen wird knapper. Und die wenigen Fachkräfte schauen sich sehr genau an, zu welchem Träger sie gehen“, begründete Awo-Geschäftsführer Frank Albrecht die Lohnerhöhung. Er war Gast im Gemeinderat.

Bürgermeister Sandro Seeländer (parteilos) und einige Gemeinderäte monierten die regelmäßigen Kostensteigerungen, die zu einem großen Teil aus dem Etat der Kommune bestritten werden müssen. Adäquate Betreuung koste natürlich Geld. „Unser Problem ist, dass wir mit jährlichen Erhöhungen keine Planungssicherheit haben. Seit D-Mark-Zeiten haben sich die Kosten vervierfacht“, sagte Sandro Seeländer. Das mache es schwierig, die künftigen finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde zu kalkulieren.

Dass in der „Arche Nouva“ derzeit viele Kleinkinder betreut werden, ist ein zusätzlicher Kostenfaktor. Denn für sie gilt ein anderer Betreuungsschlüssel, weil sie mehr Zuwendung brauchen. „Doch liegen wir noch nicht dort, was Studien zur Frühkindlichen Entwicklung fordern. In zehn Jahren werden wohl ganz andere Schlüssel gelten“, blickte Frank Albrecht voraus.

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