Mühlhäuser Freibad braucht dieses Jahr halbe Million Euro zusätzlich

Mühlhausen  Die Baufirmen des Mühlhäuser Freibades fordern schneller ihr Geld als erwartet, dafür braucht die Stadt Geld. Die Gesamtkosten des Neubaus sollen 6,2 Millionen Euro nicht übersteigen und die Becken im Herbst fertig sein.

Am Mühlhäuser Schwanenteich wird derzeit ein neues Freibad gebaut. Derzeit wird die Badeplatte mit einer Wasserfläche von 1000 Quadratmeter errichtet. Sie entsteht dort, wo bis 2010 im Strandbecken gebadet und geschwommen werden konnte.

Am Mühlhäuser Schwanenteich wird derzeit ein neues Freibad gebaut. Derzeit wird die Badeplatte mit einer Wasserfläche von 1000 Quadratmeter errichtet. Sie entsteht dort, wo bis 2010 im Strandbecken gebadet und geschwommen werden konnte.

Foto: Claudia Bachmann

Bis zum Winter sollen die Gebäude und die Wasserbecken stehen, auch die Wassertechnik wird in den nächsten Wochen eingebaut. Der Schwanenteich in Mühlhausen ist derzeit eine Großbaustelle. Ein neues Freibad entsteht und soll zur nächsten Badesaison – und damit knapp zehn Jahre nach der Schließung 2010 – öffnen.

Drei Firmen arbeiten derzeit daran. Man liege mit den Arbeiten im Zeitplan, sagt Matthias P. Gliemann, er ist im Rathaus für den Hochbau verantwortlich. Gearbeitet wird an verschiedenen Stellen parallel.

Das alte Kassenhäuschen ist verschwunden; an seiner Stelle gibt es im Moment eine Erdkuhle. Der Schacht, der sich unter dem Kassenhäuschen befand, ist in schlechtem Zustand. In dieser Woche soll ein neuer eingebaut werden, dann wird auch das neue Eingangsgebäude errichtet, das ein paar Meter weiter östlich seines Vorgängerhauses entstehen und auch deutlich größer werden soll, erläutert Gliemann.

Bereits abgerissen ist das alte Sanitärgebäude; an seiner Stelle entsteht in den nächsten Wochen das Logistikzentrum für die angrenzende Freifläche. Dort soll es auch nach der Eröffnung des Freibades im kommenden Jahr weiter Oper-Air-Veranstaltungen geben. Ein paar Meter nebenan stehen zwei Container. Die zogen vom einstigen Sportplatz am Rieseninger, der mittlerweile nicht mehr genutzt wird, um aufs Freibadgelände und dienen als Büro.

25-Meter-Becken für Schwimmer fast fertig

Bereits gemauert wird am Funktionsgebäude. Auf seinem Dach will man mit der Kraft der Sonne Energie gewinnen, die letztlich das Wasser in den Becken um zwei, drei Grad aufheizt. Das Gebäude wird mit seinen Sanitäranlagen und dem Imbiss nach Aussage von Gliemann sowohl von den Badgästen als auch von denen auf dem Campingplatz genutzt. „Wir erwarten, dass unser neues Freibad auch den Campingplatz aufwertet.“

Dazu gehört auch, dass in das Feriendorf investiert wird. Das passiert aber erst in einem übernächsten Schritt. „Erstmal haben wir genug zu tun mit dem Badbau.“

Auch vom Kernstück des Geländes, der Wasserfläche, ist schon einiges zu sehen. Die Schalplatten machen deutlich, wo sich der Nichtschwimmerbereich befindet. Das 25 Meter lange Schwimmerbecken ist dagegen schon nahezu fertig. Die Metallwände stehen an drei Seiten. Was ebenfalls noch fehlt, ist die Wassertechnik. Und das Wasser. Das – teilweise – Befüllen des Beckens soll nach Aussage von Gliemann in den kommenden Wochen die Mühlhäuser Feuerwehr übernehmen.

Der Bau der Becken war schwieriger als erwartet. Wegen des hohen Grundwasserspiegels und des komplizierten Baugrunds wurde eine Spezial-Pfahlgründung notwendig – für das Sprungbecken mit Stahlbetonpfählen bis zu zwölf Meter tief. Für andere Bereiche der Badeplatte reichen etwa sechs Meter lange Gusseisenpfähle.

Noch allerdings umrundet man das Becken auf Höhe der Bodenplatte. Die fehlende zwei Meter hohe Erdschicht werde dann nächstes Jahr mit der Gestaltung der Außenanlagen aufgefahren. Dabei werde man wohl, wie beim Befüllen des einstigen Sportbeckens zu Beginn des Badbaus, auf Kalkschotter zurückgreifen. Der war beim Befüllen des vom Mühlhäuser „Kampfbecken“ genannten 50-Meter-Wettkampf-Beckens lagenweise aufgebracht und verdichtet worden.

Mit den Arbeiten liegt man laut Gliemann exakt im Plan. Auch mit den Kosten. Der Bau werde, netto, rund sechseinhalb Millionen Euro kosten. Der Stadtrat bewilligte auf seiner jüngsten Sitzung noch einmal eine halbe Million Euro. Das habe aber nichts mit gestiegenen Kosten zu tun, hieß es von Bürgermeisterin Beate Sill (parteilos). Vielmehr seien die Firmen mit dem Schreiben der Rechnungen schneller als erwartet. „Irgendwann setzt man sich mit den Mitarbeitern des Ministeriums zusammen und überlegt, welche Kosten wann anfallen. Dann macht man den Schnitt. Mit den 500.000 Euro begleichen wir nur die Kosten, mit denen wir erst für das kommende Jahr gerechnet haben“, heißt es aus dem Rathaus.

Neu eingefasst wird innerhalb des Großprojekts Badbau auch das 2018 vom Schwimm- und Gesundheitssportverein aufgestellte Planschbecken, das weiter zum Angebot des Freibades am Schwanenteich gehören soll.

Das Freibad in Zahlen:

Auf 6,22 Millionen Euro werden sich die Baukosten für das neue Freibad in Mühlhausen belaufen.

Der Freistaat stellt für den Neubau 2,25 Millionen Euro Fördermittel bereit.

Es entstehen Becken mit 1004 Quadratmeter Wasserfläche.

Es soll ein Planschbecken, eine Badeplatte mit Sitzmöglichkeiten, Schwimmerbecken und ein Springerbecken mit Ein-Meter-Brett und Drei-Meter-Turm geben, zeigt der Entwurf.

Zwei der Becken sollen auch für Menschen mit Bewegungseinschränkungen über Schrägen und über eine Rollstuhleinfahrt zu nutzen sein.

Geplant – und vom Stadtrat auch bestätigt – ist, dass der Schwimm- und Gesundheitssportverein Mühlhausen (SGV) das Bad betreiben soll.

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