Preise für Trinkwasser in Bad Langensalza steigen

Bad Langensalza.  Verband führt neues Tarifmodell ein. Kosten für weicheres Wasser werden teilweise an Verbraucher weitergegeben

15 Cent mehr werden ab sofort pro Kubikmeter Trinkwasser fällig. Betroffen sind alle Bürger in den 23 Mitgliedsgemeinden.

15 Cent mehr werden ab sofort pro Kubikmeter Trinkwasser fällig. Betroffen sind alle Bürger in den 23 Mitgliedsgemeinden.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

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Seit dem 1. Januar gilt für Kunden des Verbandswasserwerks Bad Langensalza ein neuer Tarif. Künftig kostet ein Kubikmeter Trinkwasser 1,65 Euro. Bisher schlug der Kubikmeter mit knapp 1,50 Euro zu Buche. Die Änderung betrifft alle Bürger in den 23 Mitgliedsgemeinden, die sich nicht über einen eigenen Brunnen versorgen. Das Verbandsgebiet erstreckt sich von Schwerstedt im Osten bis Schönstedt im Westen, sowie von Hornsömmern im Norden bis nach Wiegleben im Süden.

Die Erhöhung wird zum einen mit den Investitionen in das Trinkwassernetz begründet. Die Erneuerung des Leitungsnetzes und die Umstellung auf Fernwasser, die bis Anfang 2022 abgeschlossen sein soll, ist ein Millionenschweres Projekt. „Diese Investitionen müssen wir aus eigener Kraft finanzieren. Wir wollen keine Kredite aufnehmen und Zinsen an Banken zahlen. So bleibt das Geld unserer Kunden im Verband“, sagte Mario Putzar, der kaufmännische Werkleiter, auf der Sitzung des Verbraucherbeirats diese Woche.

Preis-Erhöhung trotz jahrelanger Gewinne

Norbert Bugdol, Vorsitzender des Beirats, kritisierte die von den Mitgliedsgemeinden beschlossene Erhöhung. Der Verband habe von 2005 an keine Verluste gemacht und zuletzt jährlich zwischen 200.000 und 300.000 Euro Gewinn gemacht. Zudem sei der Verbraucherbeirat vorab nicht informiert worden.

Herbslebens Bügermeister Reinhard Mascher (CDU) sagte, die Erhöhung sei den Gemeinden nicht leicht gefallen. Doch letztlich gebe es eine deutliche Qualitätssteigerung des Trinkwassers. Weil künftig weniger Kalk im Wasser sei, entstünden den Kunden auch weniger Kosten durch den Verschleiß von Geräten.

Werkleiter Matthias Vogt wiederum wies darauf hin, dass der jetzige Kubikmeterpreis noch immer unter dem Tarif läge, der bis 2015 galt. 2016 wurden die Preise gesenkt.

Eine weiterer Grund für die Preiserhöhung sei der recht hohe Anteil der Fixkosten an den Gesamtkosten. Konstante Ausgaben für die Unterhaltung der Leitungen, für das Personal und andere Bereiche, werden mit dem Anschluss ans Fernwassernetz einen noch größeren Anteil der Gesamtkosten einnehmen. Darauf reagiert der Verband nun mit einem neuen Tarifmodell.

Neue Tarife sollen gerechter sein

Anders als bisher muss ab diesem Jahr ein monatlicher Basispreis von 3,21 Euro pro Wasseranschluss und ein monatlicher Bereitstellungspreis gezahlt werden. Der Bereitstellungspreis ist auch abhängig von der verbrauchten Wassermenge. Für einen Haushalt, der jährlich maximal 100 Kubikmeter verbraucht, ändert sich an den Kosten nichts. Denn Basispreis und Bereitstellungspreis entsprechen exakt dem bisherigen Grundpreis, der damit zum ersten Mal seit zehn Jahren angepasst werde.

Diese Staffelung nach Wassermenge sei eingeführt worden, um die Spannbreite des Wasserverbrauchs besser abzubilden und die Tarife Verbrauchsgerechter zu machen. „Nur 9 bis 10 Prozent unserer Kunden werden von den höheren Mengenstaffeln betroffen sein“, sagte Mario Putzar.

Die jetzigen Tarife seien nicht Pi mal Daumen festgelegt sondern exakt kalkuliert worden und sollen bis 2023 gelten. Ob anschließend die im Vorfeld kommunizierte Erhöhung von 65 Cent pro Kubikmeter für die Fernwasserversorgung nötig wird, werde sich zeigen, hieß es.

Die aktuellen Entgelte sind im Amtsblatt des Verbandes und im Internet zu finden: www.wazv-badlangensalza.de

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