Ufhoven: Historisches Pflaster im Hof der Wasserburg

Ufhoven.  Steinboden wird derzeit freigelegt und offenbart Details zur Ufhover Burgruine

Das Steinpflaster des Burghofs war lange unter Erde verborgen. Seit einigen Tagen wird der Boden unter der Regie des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie freigelegt.

Das Steinpflaster des Burghofs war lange unter Erde verborgen. Seit einigen Tagen wird der Boden unter der Regie des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie freigelegt.

Foto: Friedemann Mertin / TA

Die Ruine der Wasserburg Ufhoven ist immer wieder für Entdeckungen gut. Davon kann der Heimatverein, der sich seit mehr als zehn Jahren für den Erhalt und die Restaurierung der Anlage engagiert, ein Lied singen. Derzeit wird unter Regie des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie auf dem ehemaligen Burghof das Steinpflaster freigelegt. Dieses war Jahrzehnte unter einer dicken Schicht Erde verborgen.

„Die rechte Seite des Hofs wurde vor vier Jahren schon einmal freigelegt, als mit Elektroden der Untergrund untersucht wurde. Es hat sich aber gezeigt, dass das Pflaster darunter nicht nutzbar ist, also wurde es wieder abgedeckt“, informiert Patrick Dill, der Vorsitzende des Ufhover Heimatvereins.

Seit Mitte November wird die linke Seite des Hofs in Angriff genommen. Noch vor Ende der Arbeiten zeigt sich, dass auch dieses Pflaster sehr knöchelunfreundlich ist und einige Stolperfallen birgt.

Wie damit weiter umgegangen wird, ob es beispielsweise verfugt werden könnte, ist momentan noch ungeklärt. „Perfekt wäre natürlich, wenn ein paar Quadratmeter unter Glas gebracht werden könnten, um Besuchern einen Einblick zu ermöglichen“, meint Patrick Dill. Alle Pläne hängen freilich an der Finanzierung und der Freigabe durch den Denkmalschutz.

Wasserrinnen weisenauf den Eingang zum Burghof hin

Doch abseits von einer möglichen Nutzung offenbart die Freilegung auch wertvolle Erkenntnisse. Denn im Pflaster sind bis heute zwei Rinnen erkennbar, die zur Westseite des Hofs führen. An einer Seite liegen zudem Fundamentreste eines Gebäudes, womöglich eine Art Wachhäuschen. Auf dieser Seite muss sich einer der drei Eingänge zur Burg, also eine Zugbrücke befunden haben, ist Patrick Dill überzeugt. Denn die Burg war umgeben von Wassergräben.

Unterstützt wird der Verein regelmäßig mit Fördermitteln und der Expertise des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. 10.000 Euro sind es in diesem Jahr, womit auch die laufenden Arbeiten finanziert werden.

Für 2021 sollen erneut Fördermittel beantragt werden. Patrick Dill ist froh über den Rückenwind aus Weimar. Schon häufiger waren die Archäologen im Einsatz, fanden unter anderem Scherben aus dem 10. Jahrhundert. 2016 untersuchten sie mit Hilfe von Elektroden die Erdschichten unter der Ruine. Sie fanden Hinweise auf weitere Fundamente und eine mögliche Brunnenanlage.

2010 hatte der Verein damit begonnen, die Burgruine Stück für Stück begehbar zu machen. Die beiden Jahre zuvor leistete die Promo-Beschäftigungsgesellschaft erste Schritte in diese Richtung. Steine, Staub und Schutt wurden aus den Kellern geräumt. Mittlerweile sind die beiden Keller begehbar, der Turmstumpf erhielt 2014 eine Aussichtsplattform. Seine Stufen sponserten sämtlich Privatleute. Gabionenwände schließen das Areal ab und verdeutlichen, wo einst die Burgmauern standen. Einen Stromanschluss hat das Gelände mittlerweile auch.

Der Aushub vom Burghof wurde unter anderem dafür genutzt, die Fläche neben dem Turm zu begradigen, so dass dort künftig eine Bühne stehen könnte, etwa für Konzerte rund um den Denkmaltag.