Alles muss noch teuer raus

Vor 30 Jahren waren Junost, Colotron, SKR oder Preolit-Schindeln plötzlich „übrig“.

Reporter Jensen Zlotowicz

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Foto: Norman Meissner

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Ein Blick in die Lokalausgabe einer Eisenacher Tageszeitung von vor 30 Jahren spiegelt die politischen Umwälzungen wider. Auch wer sich mit den Kleinanzeigen befasst, wird staunen, wenn er zu Generationen derer gehört, die diese Zeit miterlebt haben.

Reihenweise veräußerten Menschen TV- und HiFi-Technik, die sie zu DDR-Zeiten dank guter Kontakte und/oder teuer Geld erworben hatten. Natürlich wollten die Verkäufer in Vorahnung des Kommenden noch das Alles-muss-raus-Geschäft machen.

Da wurde der Farbfernseher Colotron für 5000 DDR-Mark angeboten, der Colorett für 3000 bis 4000 Mark (Neupreis 5575 Mark) und das kurz vorher noch als jugendlicher Ritterschlag geltende Kassetten-Radio SKR 700 für 700 Mark.

Die Betonmischmaschine 220 Volt, heiße Ware zu DDR-Zeiten, stand für 750 Euro zum Kauf. Der Verkauf von 2000 Preolit-Dachschindeln, das Stück zu zwei Mark, erzeugt beim Leser heute Schmunzeln. Der gute alte Koffer-Fernseher Junost wurde in Ruhla für 1100 Mark feil geboten.

Schon wenige Wochen später waren diese DDR-Produkte nur noch einen Bruchteil wert. Allein das Moped S 51 B hat seinen Preis, damals 1700 Mark, fast 1:1 in die Euro-Gegenwart überführt. Ach ja, und die Nachtbar des HO-Stadtcafés in Eisenach hatte vor 30 Jahren wegen Reparatur geschlossen.

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