Automobilzulieferer JD Norman insolvent – Betrieb geht vorerst weiter

Hörselberg-Hainich  JD Norman Germany hat Insolvenz beantragt. Betroffen sind in Thüringen circa 500 Beschäftigte, sie erhalten bis Ende November Insolvenzgeld. Ziel ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Der europäische Fertigungsschef von J D Norman, Thomas Schulte, präsentierte anlässlich der Übernahme des Rege-Werkes vor knapp zwei Jahren Teile aus der Fertigung im Thüringer Werk. Nun hat der Automobilzulieferer Insolvenz beantragt.

Der europäische Fertigungsschef von J D Norman, Thomas Schulte, präsentierte anlässlich der Übernahme des Rege-Werkes vor knapp zwei Jahren Teile aus der Fertigung im Thüringer Werk. Nun hat der Automobilzulieferer Insolvenz beantragt.

Foto: Bernd Jentsch

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Der Automobilzulieferer JD Norman Germany hat Insolvenz beantragt, produziert aber vorerst weiter. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter für das Unternehmen mit Werken in Hörselberg-Hainich (Wartburgkreis) und im hessischen Witzenhausen sei Holger Leichtle bestellt worden, sagte am Freitag eine Sprecherin des Amtsgerichts Meiningen auf Anfrage.

Ziel sei es, das Unternehmen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, erklärte Leichtle in einer Mitteilung. Demnach sind circa 500 Beschäftigte in Thüringen und 194 in Hessen betroffen. Sie erhielten nun bis Ende November Insolvenzgeld.

Der Umsatz falle schwächer aus als erwartet

„Vorrangig geht es zunächst darum, nach dem Insolvenzantrag den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren“, betonte Leichtle. Anschließend würden Schritte zur Sanierung des Unternehmens geprüft. Hauptgrund für den Insolvenzantrag sei, dass der Umsatz schwächer ausfalle als erwartet. Hergestellt werden Gussteile für Autos. Das Unternehmen selbst war laut Angaben erst 2017 gegründet worden und hatte damals das Geschäft der insolventen REGE Motorenteile GmbH übernommen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte sich diese Woche besorgt zur Situation der Thüringer Automobilzulieferindustrie geäußert. Etliche Zulieferfirmen seien durch weltwirtschaftliche Risiken, zurückgestellte Investitionen und verunsicherte Käufer in ihrer Existenz bedroht. Er erinnerte daran, dass die Automobilbranche vom Umsatz her der wichtigste Wirtschaftszweig im Freistaat ist. Laut Ministerium erwirtschaften mehr als 16 500 Beschäftigte jährlich gut 4,5 Milliarden Euro.

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