Behringer wettern gegen Nachspiel beim Straßenbau

Behringen.  Die dritte Fristverlängerung für die Großbaustelle auf der Ortsdurchfahrt sorgt für Unmut. Berufspendler und Einheimische müssen weite Umwege fahren. Und für Lastwagenfahrer wird die Baustelle zuweilen zur Mausefalle

Bürger protestieren in Behringen. Es nervt sie, dass die monatelange Vollsperrung der Ortsdurchfahrt ein weiteres Mal verlängert wird.

Bürger protestieren in Behringen. Es nervt sie, dass die monatelange Vollsperrung der Ortsdurchfahrt ein weiteres Mal verlängert wird.

Foto: Jensen Zlotowicz

Die Bauarbeiter der Firma Universal, die seit mehreren Monaten an der Ortsdurchfahrt, der Bundesstraße 84 in Behringen arbeiten, machten einen tadellosen Job, sagen die Vertreter der Bürgerinitiative (BI) für eine Ortsumfahrung. Es seien jedoch zu wenige Leute, die die Firma dort ins Rennen schicke. Die Folge: Zum dritten Mal wurde eine Fristverlängerung für die Baustelle beantragt und genehmigt. Nun gilt die Vollsperrung der innerörtlichen B 84 bis Ende des Monats, also weitere zwei Wochen. Und das für etwa 200 Meter Baustelle, monieren Bürger. Für Verkehrsteilnehmer, allen voran Behringer und Berufspendler, bedeutet dies, dass sie weiter Umwege fahren müssen. Inoffiziell gibt es einen Feldweg an der Behringer Peripherie, der stark frequentiert und demzufolge extrem zerfahren ist. Wer die offizielle Ausweichstrecke nutzt, muss einen enormen Umweg auf sich nehmen.

Am Donnerstagabend hatte die Bürgerinitiative daher spontan zu einer Protestkundgebung in Oesterbehringen, also unweit der Baustelle, aufgerufen. Die Resonanz enttäuschte die Initiatoren. „Alle meckern, aber nur wenige gehen auf die Straße“, so der Tenor der Teilnehmer. Sie wollen mit der Aktion auf einen weiteren Umstand aufmerksam machen, der ihnen Kopfschütteln abringt. Ab 25. November wird nämlich in Brüheim (Landkreis Gotha) eine Brücke für fünf Tage voll gesperrt, wegen Bauarbeiten. Diese Sperrung tangiert die offizielle Umleitung für den Verkehr von und nach Behringen. Mitstreiter der Behringer BI fragen, warum sich die Verantwortlichen der voneinander unabhängigen Baustellen in dieser Sache nicht besser absprechen.

Die Behringer müssen wegen der Baustelle auf der Ortsdurchfahrt seit Wochen reichlich Geduld aufbringen, was sie auch tun. Was bleibt ihnen anderes übrig? Fast täglich erlebten sie jedoch die teils ungeheuerlichsten Ereignisse auf der Straße mit, etwa, wenn Fahrer von Sattelzügen oder anderen Lastwagen in gesperrte Abschnitte fahren und dann Schweißperlen auf die Stirn bekommen, wenn es darum geht, sich aus dieser Lage wieder zu befreien. Die Verlängerung der Baufrist um zwei Wochen sei die Theorie, hieß es bei der Kundgebung am Donnerstag. Dass das Wetter dem Bauprojekt in diesen Tagen auch noch einen Strich durch die Rechnung machen könne – schließlich soll auch Schwarzdecke aufgezogen werden –, sei ein Risikofaktor. Den Bauleuten vor Ort machen die Leute keinen Vorwurf. Im Gegenteil. Warum man an der B-84-Ortsdurchfahrt nicht in zwei Schichten arbeitet, um den ursprünglichen Zeitplan zu halten, verstehen die Betroffenen nicht.

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