Creuzburg: Michael Praetorius muss gefeiert werden

Creuzburg.  In Creuzburg finden zu Ehren des in der Stadt geborenen Musikers am Wochenende wieder Veranstaltungen statt – im kleineren Rahmen als die traditionellen Praetorius-Tage.

Joachim Preß und Anna Fuchs-Mertens sind sich einig: Praetorius muss gefeiert werden. Dieses Wochenende wird zum  Praetorius-Intermezzo in Creuzburg eingeladen. 

Joachim Preß und Anna Fuchs-Mertens sind sich einig: Praetorius muss gefeiert werden. Dieses Wochenende wird zum Praetorius-Intermezzo in Creuzburg eingeladen. 

Foto: Katja Schmidberger

Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, aber der Komponist und Musiktheoretiker wurde um 1572 in Creuzburg geboren. Die Stadt ist stolz auf ihren berühmten Sohn, schätzt auch Jahrhunderte später seine Werke.

1994 gründete sich deshalb hier die Michael-Praetorius-Gesellschaft, die sein Gesamtwerk fördert und das Anliegen hat, seine Musik heute noch neuen Generationen nahezubringen. Deshalb organisiert die Gesellschaft seit Jahren die Michael-Praetorius-Tage. In diesem Jahr, corona-bedingt, war anfangs nicht klar, ob diese wie gewohnt Anfang September stattfinden können.

Geplantes großes Chorfestkann wegen Corona nicht stattfinden

Anvisiert war ein großes Chorfest mit 200 Sängern, doch die Chöre, darunter der Michael-Praetorius-Chor, konnten wegen der Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen über Monate nicht proben. „Doch Michael Praetorius sollte schon gefeiert werden“, sagt Anna Fuchs-Mertens, Kantorin und Leiterin des Kirchenchores.

Daher entschied man sich, ergänzt Joachim Preß von der Praetorius-Gesellschaft, ein Praetorius-Intermezzo auszurichten, bestehend aus einem zweitägigen Programm, das am 5. und 6. September in Creuzburg stattfinden wird. Das Festkonzert spiegelt das künstlerische Potenzial von Musikern dieser Region wieder. Fuchs-Mertens hat ein Projekt-Ensemble aus Musikern zusammengestellt, die in ihren Orten und darüber hinaus bekannte Gesichter sind. Darunter Karina Wolf, Angela König, Bernhard Stephan und Tilman Reinhardt, vielen bisher bekannt als Musiker der Fidelrunde Bundweis. Hanna Rudloff aus Eisenach ist dabei, ebenso Kirchenmusikdirektor Christian Stötzner, Ricarda Kappauf aus Mihla ebenso wie der dortige Pfarrer Georg Hoffmann. Jürgen Nothbaum, Matthias Balkau und Fuchs-Mertens komplettieren das Ensemble, das am 5. September um 19.30 Uhr in der Nicolaikirche das Konzert unter dem Titel „Exsultate, jubilate – Michael Praetorius und seine Zeit" geben wird. Zu hören gibt es Musik für Blechbläser-, Blockflöten- und Gambenensemble, Gesang und Orgel.

Aus Berlin kommt Gaby Bultmann nach Creuzburg, im Gepäck einige historische Instrumente, die Thema ihres Vortrags am 6. September, 15.30 Uhr, im Festsaal der Burg sind. Zu hören sein werden Musikbeispiele auf Lyra de bracio, Trumscheidt, Psalter oder Klein Flöttlin. Bultmann berichtet über die Geschichte, den Bau und die Spielweise dieser historischen Instrumente, die ihre Blütezeit zu Praetorius-Zeiten hatten und die er selbst in seinen musiktheoretischen Schriften erwähnt hat.

Die Referentin wird noch einmal musikalisch neben einigen Musikern des Konzertes im Festgottesdienst am 6. September um 10 Uhr in der Nicolaikirche zu erleben sein. Die Festpredigt hält Pastorin Susanne-Maria Breustedt.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Auch Besucher des Festkonzertes können ihn kostenfrei besuchen. Der Eintritt zum Konzert am Samstagabend kostet zehn Euro. Sollte die durch Corona-Vorgaben begrenzte Anzahl der Plätze in der Kirche nicht ausreichen, gibt es eine Übertragung und Sitzmöglichkeiten im Außenbereich.

„Es ist ein Glücksfall für alle, dass es Menschen in unserer Region gibt, die Michael Praetorius spielen und praktizieren", freut sich Kantorin Anna Fuchs-Mertens. Das Intermezzo soll alle zwei Jahre stattfinden und sich mit den Michael-Praetorius-Tagen abwechseln.

Die Kartenreservierung erfolgt über die Touristinformation Creuzburg. Karten gibt wird es aber auch noch an der Abendkasse geben.