Die Wartburg und ihre reiche Musiktradition

Eisenach.  Eine Sonderschau widmet sich dem Thema Wartburg und Musik. In diesem Jahr werden viele Amerikaner als Gäste des Unesco-Welterbes erwartet.

Burghauptmann Günter Schuchardt freut sich auf das Jahr 2020, weil die Wartburg mit ihrer reichen Musikgeschichte viel zum Themenjahr „Musikland Thüringen 2020“ beitragen kann.

Burghauptmann Günter Schuchardt freut sich auf das Jahr 2020, weil die Wartburg mit ihrer reichen Musikgeschichte viel zum Themenjahr „Musikland Thüringen 2020“ beitragen kann.

Foto: Birgit Schellbach

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Reggae- und Dancehall-Band Seeed ist mit von der Partie, ebenso die Opernsängerin Eva Lind oder Pianistin Ragna Schirmer. Seeed hat das Video zu ihrem Song „Music Monks“ auf der Wartburg gedreht, während die klassischen Musikerinnen gern im Festsaal des Palas auftreten. In Interviews erzählen sie über ihre Bezüge zum Unesco-Weltkulturerbe. Das ist ein Teil der Sonderschau „Im Bann des Genius Loci. Die Wartburg und die Musik“, die am 16. Mai öffnet.

Der 16. Mai ist auch der Tag mit dem 400. Wartburgkonzert von Deutschlandfunk Kultur. Hornist Felix Klieser gastiert mit dem Orchester Festival Strings Lucerne. Die Wartburgkonzerte sind die älteste Konzertreihe des Rundfunksenders. Dies macht deutlich, wie sehr die Wartburg mit dem touristischen Themenjahr „Musikland Thüringen 2020“ verbunden ist.

Alles beginnt mit dem mittelalterlichen Sängerkrieg, der ebenso eine Rolle in der neuen Sonderschau spielt wie Richard Wagner und sein „Tannhäuser“ oder Franz Liszt und sein Oratorium „Die heilige Elisabeth“. Liszt hatte sich von den Elisabeth-Fresken von Moritz von Schwind inspirieren lassen.

Zeitzeugen für Chortreffenwerden gesucht

„Wir wollen aber auch bisher wenig beachtete Themen beleuchten“, erzählt Kuratorin Grit Jacobs und erwähnt die Wartburglieder der Burschenschaften oder die Lieder der Wanderbewegung, in denen häufig die Wartburg besungen worden ist. Die Musik der Nazizeit spiele eine Rolle, „wobei wir wieder bei Wagner sind und ebenso bei Bach“, so Jacobs. Gesamtdeutsche Chortreffen standen zwischen 1953 und 1956 noch im Zeichen der Wiedervereinigung. „Dazu suchen wir Zeitzeugen“, so die Kuratorin. Die Sonderausstellung steht außerdem einen Bezug zum aktuellen Veranstaltungskalender mit seinen fast 40 Konzerten her.

Das reicht von den Aufführungen des „Tannhäusers“ für Erwachsene und Kinder über besagte Wartburgkonzerte und den MDR-Musiksommer bis zum Wartburg-Festival, das der Trompeter Otto Sauter organisiert. Sopranistin Simone Kermes ist zu Gast, ebenso der Ausnahmetenor Edson Cordeiro oder Schauspielerin Martina Gedeck. Bluesnacht oder „Hip Hop trifft Minnesang“ sind als Open-Airs geplant.

Etliche Veranstaltungen sind bereits ausverkauft. Doch auf der Homepage der Wartburg-Stiftung ist neu eine Warteliste eingerichtet, so dass man sich registrieren lassen kann für den Fall, dass ein Veranstalter sein Kartenkontingent nicht ausschöpft.

Die Wartburg erwartet in diesem Jahr deutlich mehr Besucher aus den USA, die hier auf dem Weg zu den Passionsfestspielen in Oberammergau oder auf der Rückreise Station machen. „An einigen Tagen haben wir Anmeldungen von bis zu 250 Gästen“, so Andreas Volkert von der Wartburg-Stiftung.

Im vergangenen Jahr zählte die Wartburg rund 300.000 Gäste. „Damit sind wir zufrieden und können gut wirtschaften“, sagt Burghauptmann Günter Schuchardt.

Für die Steinkonservierung am Ritterbad des Palas soll in diesem Jahr eine halbe Million Euro investiert werden. Außerdem wird das Chauffeurshaus am Parkplatz zum Kulturportal umgebaut. Dort sollen Besucher der Wartburg auf die vielen anderen Sehenswürdigkeiten in West- und Südthüringen neugierig gemacht werden.

Aus dem Programm der Burg

Im Januar, Februar und März werden am letzten Sonntag Veranstaltungen für Familien mit Kindern ab sieben Jahre angeboten.

Start ist am 26. Januar von 14 bis 15.30 Uhr mit einem Programm „Die heilige Elisabeth auf der Wartburg“. Es gibt eine Führung zum Thema, und anschließend werden Mosaikbilder gebastelt.

Das erste Konzert in diesem Jahr findet am 11. April, 19.30 Uhr, statt: Sopranistin Simone Kermes singt Arien von Rossini, Mendelsohn und Monteverdi.

Das letzte Konzert des Jahres gestaltet Amarcord am 13. Dezember, 19.30 Uhr.

Karten für die rund 40 Konzerte über www.wartburg.de

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren