Ehemaliger Sprengplatz an Dietrichsberg frei von Munition

Werra-Suhl-Tal.  Die vorläufig letzte Etappe bei der Beräumung des Dietrichsberges von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg ist erledigt.

Teile des Dietrichsberges zwischen Fernbreitenbach (Foto) und Herda wurden vom Kampfmittelräumdienst bearbeitet. Damit ist der ehemalige Sprengplatz offiziell sauber.

Teile des Dietrichsberges zwischen Fernbreitenbach (Foto) und Herda wurden vom Kampfmittelräumdienst bearbeitet. Damit ist der ehemalige Sprengplatz offiziell sauber.

Foto: Jensen Zlotowicz

„Vielleicht hatten wir nur Glück, dass nie etwas passiert ist“, sagt Josef Kraus, Chef des Agrarbetriebes Gerstungen. Das Unternehmen bewirtschaftet viele Hektar auf dem Dietrichsberg, der sich auf Gemarkungen unter anderem von Ortsteilen von Gerstungen und Werra-Suhl-Tal erstreckt und der im Zweiten Weltkrieg als Sprengplatz für Munition und Kriegsgut aus dem unterirdischen Rüstungswerk Abteroda bei Dippach diente.

In mehreren Abschnitten wurde der Dietrichsberg über Jahre für teuer Geld von Kampfmitteln beräumt, gerade wieder über zwei Monate. Auf Flächen von Herda und Fernbreitenbach waren Mitarbeiter der Firma Ortung & Bergung von Kampfmitteln Pasewalk bis Anfang Oktober im Einsatz, mit durchschnittlich 13 Mitarbeitern, wie es auf Anfrage hieß.

Für tiefer gelegene Fundstücke kam Mini-Bagger zum Einsatz

Knapp eine Tonne Kampfmittel oder -teile wurde dabei gefunden, heißt es vom Ordnungsamt der Gemeinde Werra-Suhl-Tal. Auf den abgeernteten Feldern fanden die mit Sondensuchgeräten ausgestatteten Mitarbeiter das Material meist oberflächlich oder kurz darunter. Da diente der Spaten. Für die tiefer gelegenen Fundstücke wurde ein Mini-Bagger eingesetzt.

Der letzte Teil der Munitionsberäumung auf dem nun laut Räumungsfirma sauberen Dietrichsberg kostete 650.000 Euro, die Bund und Land an die Gemeinde durchgereicht hatten. Der Gerstunger Agrarbetrieb wurde immer wieder kontaktiert, wenn die Kampfmittelräumer aktiv waren. Josef Kraus hatte vor Jahren einen Teil der geborgenen Kampfmittel auch zu Gesicht bekommen. Bilder von der jüngsten Beräumungsaktion gibt es nicht. Das Areal war weiträumig abgesperrt. Die Fotos des Bergungsunternehmens von den beräumten Munitionsresten seien nicht zu veröffentlichen, hieß es vom Pasewalker Unternehmen auf Anfrage.

Auch in Untersuhl ist Kampfmittelräumdienst vor Ort

Ein Munitionsbergungsdienst ist derzeit auch in Untersuhl im Einsatz, wo die Renaturierung der Werraaue nach etwa einem Jahr Verzögerung durch ein entdecktes Biberrevier im Baufeld nun begonnen hat. Die Renaturierung des Naturschutzgebietes im Auftrag der Thüringer Fernwasserversorgung erfolgt im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der Trinkwassertalsperre Leibis/Lichte im Thüringer Schiefergebirge.

Da auf diesem Areal auch die ehemalige DDR-Grenzanlage verlief, greift das Bauunternehmen auf Munitions- und Kampfmittelberäumer zurück und entspricht damit gesetzlichen Anforderungen. Das Renaturierungsprojekt zwischen Untersuhl und Berka/Werra hat ein Volumen von etwa 1,6 Millionen Euro.

Bei diesem Projekt wird unter anderem der ursprüngliche Gewässerverlauf auf Teilstücken der Bachläufe Rhedengraben und Weihe realisiert. Die beiden Bachläufe waren im Zuge der historischen Entwicklung mehrfach umgelegt und zum Teil begradigt worden, sodass sie sich von ihrem natürlichen Erscheinungsbild weitgehend entfernten. Nicht ortstaugliche Bäume werden gefällt, andere dafür gepflanzt. Auch eine Brücke wird zurückgebaut. Für den streng unter Naturschutz stehenden Biberbestand wurden im Vorfeld der Hauptbaumaßnahme ökologische Schutzkonzepte erweitert.