Eine Burg lockt im Advent die Welt nach Eisenach

Eisenach.  50 Stände und diese Magie der wohl bekanntesten deutschen Burg. Besucher lieben den Weihnachtsmarkt auf der Wartburg.

Auf der Schanze erwartet die Gäste mittelalterliche Musik – das Wetter am ersten Tag des Weihnachtsmarktes ist gut.

Auf der Schanze erwartet die Gäste mittelalterliche Musik – das Wetter am ersten Tag des Weihnachtsmarktes ist gut.

Foto: Katja Schmidberger

Traditionelles Handwerk zum Bestaunen, und überall duftet und schmeckt es. Der historische Weihnachtsmarkt auf der Wartburg begeisterte am ersten Adventswochenende die Besucher mit seinem Mix aus Nostalgie, Mittelalterflair, Geschenkideen und ungewöhnlichen Inspirationen. Bereits am ersten Öffnungstag strömten am Samstagvormittag die Menschen die Burg hinauf. Darunter viele Österreicher, Schweizer, Koreaner und einige Thüringer. „Wenn wir die Probeläufe hinzu zählen, ist es dieses Jahr der 20. Markt“, sagt Andreas Volkert von der Wartburg-Stiftung.

50 Stände laden von der Terrasse des Wartburg-Hotels über die Burgschanze bis zum Wartburg-Innenhof zum Anschauen, Mitmachen und Kaufen ein. Eines fällt sofort ins Auge – viele Händler der Region machen mit. Ob die Ziegen-Käserei in Ifta, gebrannte Mandeln aus Burla oder die Brennerei aus Pferdsdorf. Die Stiftung setzt bei der Vergabe der Stände auch auf regionale Qualität. Das freut Hotelchef Hannes Horsch, der die Zusammenarbeit mit der Wartburg-Stiftung lobt und eigene Versorgungsstände vorhält. Sein Wunsch ist es, dass der ein oder andere Gast des Marktes sein Hotel für sich entdecken und später mal wiederkommen möge.

Die kleine Wasserbad-Brennerei von Frank Beck aus Pferdsdorf hat Andreas Volkert ausfindig gemacht. Seit drei Jahren hat Frank Beck dieses kleine Nebengewerbe. Schnaps gebrannt wird mit Obst von der eigenen Wiese, erzählt der Pferdsdorfer. Früchte aus der Region kaufe er zusätzlich. An seinem Stand warten Mirabellenbrand und Löhrpflaumenbrand auf Abnehmer, auch Gin und Whisky gibt es bei ihm zu kaufen.

Wer es bei den kalten Temperaturen etwas heimeliger mag, sollte sich unter dem Dach der Hotel-Terrasse aufwärmen. Hier steht jetzt sogar ein Kamin, während gegenüber Kerstin Henning aus Eisenach Pralinen, selbst gemachte Marmeladen und Eis aus der Manufaktur des Ladens Zucker & Zimt verkauft. „Es ist schön auf der Wartburg, vor allem, wenn Schnee liegt und wir als Händler die Möglichkeit bekommen, unser Handwerk zu zeigen.“

Einige Meter weiter dürfen vor allem die Kinder kreativ werden. Der Eisenacher Thomas Mattis lädt ein zum Kerzenziehen. Mattis ist seit einigen Jahren dabei. Kerzenziehen ist sein Hobby, das er nach und nach professionalisiert hat. Wichtig ist ihm der Nachhaltigkeitsgedanke. So kann man bei ihm eine echte Wartburg-Stabkerze in Regenbogenfarben entstehen lassen. Das Kerzenwachs stammt aus Kerzenresten, die auf der Wartburg nach dem Anzünden von Kerzen übrig blieben.

Auch Wartburg-Weihnachtsmarkt-Fans sind schon am ersten Tag dabei, wie Thomas Zschocke aus Schkeuditz, Heiderose Kettner und Reinhard Schmidt aus Bad Schandau, die in warmer mittelalterlicher Kleidung auf die Burg gelaufen sind. „Es gibt so viele schöne Stände, die auf mehreren Ebenen der Burganlage verteilt sind“, erklärt Zschocke, warum es ihn immer wieder auf nach Eisenach zieht. „Und natürlich ist die Wartburg selbst immer ein lohnenswertes Ziel“, fügt er hinzu.

Allein am Wochenende sind 55 angemeldete Reisebusse mit Hunderten von Touristen zum Weihnachtsmarkt der Burg gekommen. Der neue Shuttle-Service in Kooperation mit Wartburgmobil sei gut angelaufen, resümierte Volkert. Alle halbe Stunde fährt zum Beispiel beim ausgewiesenen Parkplatz Spicke ein Bus. Den Fahrservice gibt es auch den nächsten zwei Adventswochenenden. Dann hat er noch einmal geöffnet – der Markt, der Menschen aus aller Welt nach Eisenach zieht.

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