Eisenach: Das Forscherhaus im Schulgarten steht schon

Eisenach.  Große Pläne existieren an der Jakobschule zur Umgestaltung der Freiflächen. Möglichkeiten für Bewegung in der Natur sollen geschaffen werden.

Netzwerktreffen des Programmes „10 grüne Schulhöfe in Thüringen“. Karsten Müller (rechts), Leiter der Jakobschule, führte die Teilnehmer über den Schulhof und in den Schulgarten.

Netzwerktreffen des Programmes „10 grüne Schulhöfe in Thüringen“. Karsten Müller (rechts), Leiter der Jakobschule, führte die Teilnehmer über den Schulhof und in den Schulgarten.

Foto: Peter Rossbach

Klar wäre ein Swimmingpool auf dem Schulhof eine echte Bereicherung der Pausenaktivitäten an der Eisenacher Jakobschule gewesen. Aber dieser Vorschlag hat es nicht in die Planung für die ersehnte Neugestaltung des Schulhofes geschafft. Die Planung entstand aus der Teilnahme am Programm „10 grüne Schulhöfe für Thüringen“ der Deutschen Umwelthilfe, gefördert vom Thüringer Umweltministerium.

Nun geht dieses Programm bereits in die zweite Runde, und demzufolge waren nun 20 Schulen zu einem Netzwerktreffen in Eisenach eingeladen. Erfahrungsaustausch, engere Kooperation, Ideen weitergeben und eben netzwerken waren angesagt. Aber auch ganz praktische Fragen wurden thematisiert, wie etwa was zu tun ist, wenn der neue Schulhof Opfer von Vandalen wird. Referate und ein Rundgang über den Schulhof rundeten das Programm ab. Da konnten konnte natürlich auch das Kollegium um Schulleiter Karsten Müller seinen Teil dazu beitragen.

Kleine Forscher können an Mikroskopen loslegen

Die Jakobschule hat es selbst allerdings nicht geschafft, aus der geförderten Planungsphase zur noch mal geförderten „Umsetzungsschule“ zu werden. Mit den 5000 Euro Fördergeld ist allerdings eine Planung für die Um- und Neugestaltung des Schulhofes entstanden. Da war der Prozess an sich schon ein Gewinn, zumal dabei die gesamte Schulgemeinschaft einbezogen wurde – Stadt, Kollegium und natürlich auch die Schüler. Gemeinsam mit dem Förderverein der Schule gelang es, so Müller, auch die ersten Projekte schon umzusetzen.

Auf diese Weise ist nämlich im nahen Schulgarten bereits das geplante Schulgartenforscherhaus gebaut worden. Da fehlt es noch ein wenig an der Inneneinrichtung. Mikroskope sind gekauft. Nun soll auch noch ein Nistkasten mit einer Kamera dazu kommen, um den Schülerinnen und Schüler ganz praktisch zu zeigen, wie Jungvögel aufwachsen. Viele weitere Ideen rund um Natur und Gärtnern sollen dort künftig den Unterricht noch spannender und interessanter machen. Wann die Bienen für die vor wenigen Monaten gegründete Imker AG zurück kommen, steht aber noch in den Sternen.

Geplant sind die Erweiterung der frisch auf dem Schulhof zu findenden Kleinsportanlage um Laufbahn und Weitsprunggrube, ein Schulwald, eine Veranstaltungsfläche für Chorauftritte oder kleinere Theateraufführungen, eine große Spiel- und Kletterfläche, Kletterwand, Schulgarten mit Forscherhaus und ein Niedrigseilgarten. Es sollen zudem Möglichkeiten geschaffen werden, um die Fahrräder und Roller geordneter und sicherer abzustellen.

Wenn Finanzierung steht, kann alles in fünf Jahren fertig sein

„Bewegung und Natur erleben“ – ist das Ziel der Planungen, sagt Schulleiter Müller. In einer Zeit, in der alle Studien nachwiesen, dass sich die Kinder viel zu wenig bewegten, sieht er gerade auch Schule in der Pflicht, Anreize und Möglichkeiten für spielerische Bewegung der Kinder zu schaffen, und eben Natur wie den Wald für die Kinder wieder als Raum für Spiel und Freizeit erlebbar zu machen.

Die Förderung der Schulen, die es in die nächste Phase des Programms zur Umsetzung der Planungen geschafft haben, beträgt dann übrigens 30.000 Euro. Das wäre bei der Jakobschule allerdings auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die geplanten Kosten belaufen sich auf mehrere 100.000 Euro, wobei der größte Brocken gar nicht für die Neugestaltung des Schulhofes eingetaktet ist, sondern für die dringend nötige Sanierung der maroden Kanäle und Leitungen, die unter dem Schulhof in der Erde liegen. Ebenso wird die Reparatur der Zaunanlage nach Erfordernis erfolgen. Des Weiteren sind Blöcke aus Schwerbeton mit Lattung als Sitzgelegenheiten vorgesehen sowie die Aufstellung einer Fertiggarage als Gerätelager für Schul- und Hortbetrieb.

Bislang sind zwei Bauabschnitte vorgesehen. Stehen Förder- und Eigenmittel wie geplant zur Verfügung, dann so die Mitteilung der Stadtverwaltung, „ist der Zeitraum von fünf Jahren zur Fertigstellung durchaus realistisch.“