Eisenach: Schreiben an Eigentümer im Sanierungsgebiet

Eisenach.  Die Gestaltung historischer Straßen und Plätze ist teuer. Eigentümer in der Eisenacher Innenstadt werden gebeten, sich an den Kosten beteiligen.

Der Lutherplatz in Eisenach gehört zum Sanierungsgebiet Innenstadt und ist dank öffentlicher Gelder umgestaltet worden.

Der Lutherplatz in Eisenach gehört zum Sanierungsgebiet Innenstadt und ist dank öffentlicher Gelder umgestaltet worden.

Foto: Norman Meißner

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Eigentümer in der Eisenacher Innenstadt erhalten ab Januar Schreiben aus der Stadtverwaltung, um sie dazu zu bewegen, vorfristig so genannte Sanierungsbeträge abzulösen. Hintergrund ist, dass Besitzer von Immobilien in Sanierungsgebieten nach Abschluss der Maßnahmen mit zur Kasse gebeten werden, weil mit der Neugestaltung von Straßen und Plätze eine Wertsteigerung ihrer Grundstücke verbunden ist.

Goldschmiedenstraßegilt als Beispiel

Diese Beträge können aber auch vorfristig abgelöst werden. „Das bringt für die Eigentümer die Vorteile, dass sie den Zahlungszeitpunkt frei wählen können und eine Ermäßigung in Form einer Abzinsung des Ausgleichsbetrags erhalten“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung aus dem Rathaus. Diese Abzinsung sei umso höher, desto mehr Zeit bis zum Abschluss der Sanierung verbleibe. Wiederum die Stadt durch die vorzeitig gezahlten Ausgleichsbeträge weitere Vorhaben umsetzen kann. Als Beispiel für eine solche Herangehensweise gilt die Sanierung der Goldschmiedenstraße.

Nächste Förderperiodegeht bis zum Jahr 2028

Das Sanierungsgebiet Innenstadt ist vor 25 Jahren beschlossen worden. Später kamen noch die Wandelhalle und das Hotel „Fürstenhof“ dazu. Etliches ist geschafft worden: Markt, Karlstraße, Johannisplatz und Lutherplatz sind umgestaltet. „Der Gebäudebestand hat sich ebenfalls positiv entwickelt“, schätzt Jakob Kratzsch vom Sanierungsträger KEM ein, der im Auftrag der Stadt tätig ist und vor allem private Eigentümer im Sanierungsgebiet berät. Aber nach wie vor gäbe es Missstände wie die leerstehende Kaufmännischen Berufsschule, das alte Kaufhaus „Steppke“ und den zusehends verfallenden „Fürstenhof“.

Karlsplatz ist Schwerpunktbei den Investitionen

Ein neues Zielkonzept muss laut Kratzsch erarbeitet werden. Zumal der Bund als ein wesentlicher Geldgeber jetzt eine zeitliche Frist für Sanierungsgebiete setzt. Das Zielkonzept umfasst die Jahre 2020 bis 2028 mit den Schwerpunkten Karlsplatz, Alexanderstraße, Georgenstraße, Schmelzerstraße und Marienstraße. Errechnet wurde für diesen Zeitraum ein Bedarf von 19 Millionen Euro, darunter Fördermittel von Bund und Land. Ein Teil soll aber auch über die Ablösebeträge der Eigentümer gegenfinanziert werden.

Die Beträge liegen laut Angaben aus dem Rathaus im Durchschnitt pro Grundstück im vierstelligen Euro-Bereich. In den letzten Jahren hätten Eigentümer bereits 1,5 Millionen Euro gezahlt.

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