Eisenachs Theaterleute wollen zurück in ihr früheres Domizil

Eisenach  Nach dem Brand in den Werkstätten muss die Stadt allerdings zunächst Geld für die Sanierung auftreiben. Das Quartier in Krauthausen ist gut, aber weit weg.

Das Ausweichquartier der Theaterwerkstätten im Gewerbegebiet Krauthausen ließen sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf (2. von rechts) und Kulturdezernent Ingo Wachtmeister (2. von links) von Schlossermeister Ralf Guske, Betty Otto, Mitarbeiterin im Malsaal, Intendant Andris Plucis, Tischlermeister Arnd Klaus und Andreas Risto, Technischer Direktor (von links nach rechts), zeigen.

Das Ausweichquartier der Theaterwerkstätten im Gewerbegebiet Krauthausen ließen sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf (2. von rechts) und Kulturdezernent Ingo Wachtmeister (2. von links) von Schlossermeister Ralf Guske, Betty Otto, Mitarbeiterin im Malsaal, Intendant Andris Plucis, Tischlermeister Arnd Klaus und Andreas Risto, Technischer Direktor (von links nach rechts), zeigen.

Foto: Sophia Spangenberg

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Noch immer klafft ein Loch im ausgebrannten Dachstuhl, liegt Brandgeruch in der Luft. Im August letzten Jahres ist im Dach der Theaterwerkstatt in der Eisenacher Goethestraße ein Feuer ausgebrochen mit verheerenden Folgen. Tausende Kostüme sind zerstört. Das Gebäude war nicht mehr nutzbar.

Doch sofort war klar, dass die Belegschaft des Landestheaters die Spielzeit 2018/2019 trotzdem absichern würde. „Ich bin Runden durch das Gewerbegebiet Krauthausen gefahren und habe dabei die Halle entdeckt“, erinnert sich Andreas Risto, der Technische Direktor. Die Gemeinde Krauthausen vermittelte den Kontakt zum Eigentümer.

Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) und Kulturdezernent Ingo Wachtmeister (SPD) schauten sich diese Woche das Ausweichquartier an. Im Obergeschoss haben die Dekorationsabteilung, die Schlosserei mit separatem Schweißraum, Tischlerei und Malsaal ihren Platz. Auch Teile vom Fundus sind dort aufbewahrt. Im Erdgeschoss befinden sich die Sozialräume. „Die Bedingungen sind optimal, aber leider ist es so weit weg, wir müssen wegen jeder Kleinigkeit, die wir vergessen haben, fahren“, sagt Intendant Andris Plucis. Betty Otto, Mitarbeiterin im Malsaal, ergänzt: „Wir sind weit weg von den Kollegen und vom Theatergeschehen. Das ist schade, denn der Zusammenhalt ist das, was uns immer ausgemacht hat.“

Stiftung und Stadt sind sich nicht einig

Katja Wolf will wissen, wo der Schuh am meisten drückt. In der Schneiderei, heißt es. Die arbeite in einem kleinen Raum im Verwaltungsgebäude. Aber Ziel müsse es für alle sein, so schnell wie möglich in die Innenstadt zurückzukehren. In der alten Werkstatt erfahren die Gäste, dass eine Teilnutzung erlaubt worden ist. So können die gereinigten Kostüme wieder dort gelagert werden. Aber von einer Sanierung und einem geplanten Anbau ist man weit entfernt.

Knackpunkt sind die Kosten von 4,5 Millionen Euro. Geht es nach der Theaterstiftung Meiningen, soll Eisenach davon 37 Prozent zahlen. Doch die OB verweist auf eine Klausel im Vertrag, wonach bei Investitionen über 250.000 Euro alle Zuwendungsgeber zu Verhandlungen an einen Tisch müssen.

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