Für Krisztina Acksel ist Heimat in Thüringen und Ungarn

Gotha.  Krisztina Acksel ist jetzt in der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Krisztina Acksel ist seit dem 13. Januar für die Öffentlichkeitsarbeit der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach zuständig.

Krisztina Acksel ist seit dem 13. Januar für die Öffentlichkeitsarbeit der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach zuständig.

Foto: Dieter Albrecht

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„Wir wollen draußen in der Stadt einfach noch sichtbarer werden“, sagt Krisztina Acksel, seit Montag voriger Woche zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach. Nach ihrem ersten Eindruck befragt, muss sie nicht überlegen: „Das Team ist herzlich und sehr nett, da fühlt man sich vom ersten Tag an wohl.“

Die ungewohnte Schreibweise ihres Vornamens erklärt sich schnell: Krisztina Acksel ist Ungarin. Fünf Jahre war sie alt, als ihre Eltern mit ihr und der zwei Jahre jüngeren Schwester in die DDR übersiedelten – ihr Vater, ein Maschinenbauingenieur, hatte eine attraktive Stelle in einem Erfurter Volkseigenen Betrieb (VEB) gefunden. Das war 1988.

Bei Sprachen, digitalenund Druckmedien breit ausgestellt

Die Umstellung aufs Deutsche dürfte ihr nicht schwergefallen sein, stellte sich doch bald heraus, dass Sprachen ihr liegen. Folgerichtig landete sie in dem auf Sprachen spezialisierten Erfurter Albert-Einstein-Gymnasium. Geschichte und Geografie wurden bilingual, deutsch und französisch, unterrichtet. „Ich liebe das Französische“, schwärmt sie noch heute. Aber auch Englisch und Spanisch standen auf dem Lehrplan. Während eines Praktikums beim Kinderkanal, der auf ehemaligem Gelände der Internationalen Gartenbauausstellung („iga“, heute „ega“) sein Domizil hat, entdeckte Krisztina Acksel ihre Liebe zu allem, was mit Medien und Mediengestaltung zu tun hat. Was lag also näher, als eine dreijährige Ausbildung zur Mediengestalterin zu absolvieren.

Im Herbst 2006 begann sie an der Hochschule der Medien in Stuttgart das Fach Informationsdesign zu studieren – ein fachübergreifendes Studium, das den eigenen Horizont in die verschiedensten Richtungen erweiterte. Also das genaue Gegenteil eines „Schmalspurstudiums“. Ende 2009 schloss sie es mit dem Bachelor of Art ab.

Wie muss man sich die Inhalte vorstellen? Digitale und Druckmedien, Web- und Ausstellungsdesign, zählt sie auf, dazu Museumsgestaltung, das Erarbeiten von Infografiken, interkulturelle Kommunikation, Projektmanagement. „Das sind nur einige Schwerpunkte, die mir jetzt auf die Schnelle einfallen.“

Die vorangegangene handwerkliche Ausbildung und die intensive Beschäftigung mit Konzeptionellem und Kreativem während des Studiums an der Fachhochschule waren, zusammengenommen und sich gegenseitig befruchtend, die beste Voraussetzung für den Einstieg ins Berufsleben.

Zwei Jahre arbeitete Krisztina Acksel in einem Architekturbüro, wo sie die gesamte Grafikabteilung aufbaute. Danach wechselte sie in einen Konzern der Steuerungs- und Automatisierungstechnik. Dort befasste sie sich mit Unternehmenskommunikation, war als Kommunikationsdesignerin konzernweit tätig. Nebenbei übernahm sie noch Aufgaben für private Auftraggeber, denn: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Oder anders gesagt: Ich habe meine Herzensprojekte betreut, denn letzten Endes ist Kreativsein mir das Wichtigste.“

Von Stuttgart nachGünthersleben-Wechmar

Voriges Jahr dann bewarb sich Krisztina Acksel bei der Thüringen-Philharmonie. „Ich habe gern in der Industrie gearbeitet“, begründet sie ihren Wunsch, „aber nun wollte ich endlich sinnstiftende Dinge tun.“

Am Ende des vierstündigen Vorstellungsgesprächs war es klar: Geschafft! Krisztina Acksel, verheiratet seit 2017 und Mutter einer dreijährigen Tochter, zog also mit ihrer Familie vom geschäftigen Stuttgart ins beschauliche Günthersleben-Wechmar. „Wir genießen die ruhige, idyllische Landschaft mit ihren Drei Gleichen“, sagt sie. Ja, die neue Heimat hat‘s ihr angetan. Aber alle ein bis zwei Jahre geht‘s ab nach Ungarn, wo ihre Verwandtschaft zu Hause ist. „Schließlich habe ich zwei Heimaten.“

Eine letzte Frage an die neue Mitarbeiterin der Thüringen-Philharmonie: Sie und die Musik – gibt‘s da eine Beziehung? Nun ja, sagt sie, selber spiele sie kein Instrument, von einem halben Jahr Gitarre mal abgesehen, aber ihre Mutter habe oft und gern Klavier gespielt, und sie selber habe früher in der Kurrende der Erfurter Thomas-Gemeinde mitgesungen. „Fest steht: Klassische Musik höre ich sehr gern.“

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