„Gegen uns kämpfen alle wie die Ochsen“

Siebleben  Interview der Woche Kendy Burckhardt, Trainer von Fußball-Kreisoberligist SG Siebleben, spricht über Saisonstart und Favoritenrolle

Sieblebens Trainer Kendy Burckhardt klatscht sich mit Torhüter Daniel Heidrich ab.   Das „Unternehmen Wiederaufstieg“ läuft .

Sieblebens Trainer Kendy Burckhardt klatscht sich mit Torhüter Daniel Heidrich ab.   Das „Unternehmen Wiederaufstieg“ läuft .

Foto: Mike El Antaki

Ein Absteiger geht fast immer automatisch als Favorit in eine Saison. Erst Recht, wenn eine Mannschaft wie die Spielvereinigung Siebleben über Jahre eine Etage höher in der Landesklasse spielte und ihr Aufgebot fast unverändert blieb. Mit dieser Rolle als Aufstiegsanwärter Nummer eins kommen die Randgothaer bislang gut klar. Seit dem zweiten Spieltag der Westthüringer Kreisoberliga thront Siebleben auf Rang eins. Den Spitzenplatz hat die Mannschaft am vergangenen Wochenende zwar nicht durchweg überzeugend, aber letztlich erfolgreich verteidigt. Nach dem 2:1-Erfolg bei der SG Ruhla/Wutha-Farnroda unterhielten wir uns mit Trainer Kendy Burckhardt (39), der im Sommer die Nachfolge von Philipp Bergmann antrat.

Zischenzeitlich war es heute ein Spiel mit dem Feuer. Ruhla hätte nach dem Wechsel mehr als nur das 1:0 vorlegen können. Was war da los mit dem Tabellenführer?

Da waren wir mit dem Hintern noch in der Kabine, anders kann man es nicht sagen.

Zeichnet das die Mannschaft aus, wie sie dann zurückkam?

Das stimmt, aber das geht natürlich an die Nerven, wenn man erst auf so einen Muntermacher warten muss, um sich dann reinzukämpfen. Dabei hätten wir schon vor der Pause bei zwei Riesenchancen vorlegen müssen. Wenn wir diese Dinger machen, kommt man anders aus der Kabine.

Ihre Mannschaft hat 21 von 24 möglichen Punkten geholt. Rundum zufrieden?

Im Grunde schon, wenn da nicht das eine oder andere Spiel dabei gewesen wäre, in dem wir es unnötig spannend gemacht haben. Wie zuletzt gegen Apfelstädt. Mitunter gab es viel Krampf. Aber wenn man am Ende solche Spiele trotzdem zieht, spricht das natürlich für uns.

Oft tun sich Absteiger im ersten Jahr schwer. Wie hat es Siebleben geschafft, die Kreisoberliga auch vom Kopf her schnell anzunehmen?

Ich denke, dass wir uns wirklich gut auf diese Liga eingestellt haben. Wir kannten keinen Gegner, nehmen jedes Spiel ernst und gehen es konzentriert an. Gegen uns sind alle Mannschaften besonders motiviert und kämpfen wie die Ochsen. Ungefähr so, wie wenn Bayern München zu Fortuna Düsseldorf kommt.

Wie aussagekräftig ist die Tabelle nach knapp einem Drittel der Saison?

Wir schauen weiter nur von Spiel zu Spiel. Es kann auch schnell mal anders laufen, zumal unsere Personaldecke derzeit ziemlich dünn ist. Sollten da noch weitere Stammkräfte ausfällen, können wir das nicht ohne weiteres kompensieren. Von Wiederaufstieg wollen wir deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht reden.

Apropos Verletzungen. Schon im ersten Spiel schied kurz vor Abpfiff Keeper Kevin Pfeifer aus. Wann ist wieder mit ihm zu rechnen. Und hat Ersatzmann Daniel Heidrich seine Chance genutzt?

Kevin hat Probleme mit dem Rücken und der Oberschenkelmuskulatur. Er braucht noch etwas Schonzeit, ehe er wieder einsteigen kann. Daniel hat sich nach seiner Weltreise prima integriert und setzt die Dinge, die ich ihm im Training und während des Spiels mit auf den Weg gebe, hervorragend um.

Wie ärgerlich war die Derbyniederlage gegen Westring?

Die tut noch immer weh. Wir hatten Chancen für zwei Spiele, haben aber durch ein dummes Gegentor verloren. Zugeben muss man aber, dass der Gegner an dem Abend mental stärker war. Im vorgezogenen Rückspiel müssen und werden wir das besser machen.

Mit Siebleben waren Sie schon einmal in Wutha-Farnroda zu Gast. Können sie sich noch an das Spiel erinnern?

Oh (überlegt), das ist lange her. Ich weiß nur noch, dass es sehr deutlich war. Ich glaube wir haben 7:0 gewonnen.

Fast richtig. 8:1 siegte Siebleben im Mai 2008 – mit Ihnen im Tor...

... ja das war ein ruhiger Nachmittag für mich. Überhaupt war es eine schöne Zeit. Ein Jahr später sind wir dann in die Landesklasse aufgestiegen.

Die nächsten Partien. Sonntag, 13. Oktober, 15 Uhr: Dermbach – Siebleben (Pokal), Sonntag, 20 Oktober, 15 Uhr: Westring Gotha – Siebleben (vorgezogenes Punktspiel)

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