Gruppe trägt stillen Protest auf Eisenacher Straßen

Eisenach.  Zu einem nonverbaler Protest gegen aus ihrer Sicht zu einschneidende Regelungen in der Corona-Krise versammelten sich 130 Menschen in Eisenach.

Etwa 130 Menschen aller Couleur vereinten sich am Montagabend zu einem „Spaziergang“ durch die Eisenacher Innenstadt, der auch über den alten Friedhof führte.

Etwa 130 Menschen aller Couleur vereinten sich am Montagabend zu einem „Spaziergang“ durch die Eisenacher Innenstadt, der auch über den alten Friedhof führte.

Foto: Jensen Zlotowicz

Gut 130 Menschen vom Kommunalpolitiker über Angestellte, Selbstständige und andere Bürger beteiligten sich am Montagabend an einem sogenannten Spaziergang durch die Eisenacher Innenstadt. Dazu hatten nicht zuletzt dem rechten Spektrum zuzurechnende Protagonisten in sozialen Netzwerken eingeladen. „Ich gehe spazieren“, hieß es da auch beim NPD-Stadtrat Patrick Wieschke. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Der Termin machte die Runde. Dem etwa 40-minütigen Spaziergang, der von einer beachtlichen Zahl von Polizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamtes flankiert wurde, schlossen sich Menschen an, die nach dem Vorbild ähnlicher Aktionen in Deutschland nonverbal gegen die aus ihrer Sicht restriktiven und unverhältnismäßigen harten Maßnahmen der Regierung protestierten.

Eine Sängerin zur Gitarre garnierte den Zug an mehreren Stellen mit Liedern („Die Gedanken sind frei“). Es blieb bei der Aktion friedlich, gab keinerlei Auseinandersetzungen. Nach der Runde durch die Stadt erreichten den Markt noch etwa 70 bis 80 Personen, wo sie sich selbst applaudierten.

Die wenigsten der Teilnehmer trugen Mund- und Nasenmasken. Einer hatte dafür einen Zollstock dabei, um exemplarisch die 1,50 Meter Abstandsregelung zu demonstrieren. Eingehalten wurde dieser Abstand jedoch in vielen Fällen nicht.

Die zeitgleich auf dem Markt begonnene Aktion der MLPD fand so gut wie keine Beachtung bei der Öffentlichkeit. Die kleine Gruppe blieb unter sich.

In Ruhla war ebenfalls ein solcher Spaziergang zunächst angekündigt, dann aber im Internet wieder abgesagt worden. Zur vereinbarten Uhrzeit fanden sich dennoch rund 25 Menschen am geplanten Abmarsch-Punkt am Ortseingang in Höhe der Tankstelle ein. Es gab ein paar ruhige Diskussionen auch mit der ebenfalls anwesenden Polizei, einen Spaziergang aber eben nicht.