Hoffnung auf Jungtiere im Uhuhorst zwischen Mihla und Creuzburg

Amt Creuzburg.  Das Vogelmonitoring im Werratal bei Creuzburg geht in diesem Jahr weiter.

Junge Uhus aus dem Vorjahr von einem anderen Brutplatz im Wartburgkreis. Nun hofft man auch im Naturpark auf Jungtiere.

Junge Uhus aus dem Vorjahr von einem anderen Brutplatz im Wartburgkreis. Nun hofft man auch im Naturpark auf Jungtiere.

Foto: Mario HofmanN

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Im Naturpark „Eichsfeld-Hainich-Werratal“ besteht ein großes Interesse in der Frage, wie es um die Artenvielfalt und den Fortbestand der hiesigen Tierwelt bestellt ist. An den unterschiedlichsten Stellen der Naturparkregion ermitteln Naturfreunde per Monitoring die Artenbestände der heimischen Fauna. In diesem Jahr gehen beispielsweise die Untersuchungen an einem Uhu-Nistplatz im Werratal zwischen Mihla und Creuzburg weiter.

Interessierte Naturfreunde möchten endlich herausfinden, warum ein Bruterfolg seit geraumer Zeit im Durchbruchstal der Werra ausbleibt. Der beobachtete Nistplatz zähle zu den ältesten Brutvorkommen des Uhus in Thüringen.

Artenschützer erforschen Rätselum den Nachwuchs mit Kameras

Umweltamt und Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Wartburgkreis genehmigten dazu kürzlich dem Ornithologen Mario Hofmann aus Tambach-Dietharz, dem Jenaer Artenschützer Martin Görner, dem Vogelexperten Rudolf Sienhold aus Creuzburg sowie dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden der Freunde des Naturparks, Lutz Kromke, das Aufsuchen und das Filmen eines Uhu-Nistplatzes im Naturschutzgebiet „Klosterholz und Nordmannssteine“. Für die Beobachtung stellten die Naturfreunde kürzlich zwei Wildtierkameras auf, die teils auch automatische Aufnahmen im Dunkeln erlauben.

Da der Bruterfolg an diesem Horst bereits seit mehreren Jahren aus bislang ungeklärten Gründen ausbleibt, hoffen die Naturfreude auf entsprechende Erkenntnisse, die auch auf viele andere Brutplätze des Uhus in Thüringen zutreffen könnten. Das Forscherteam möchte herausfinden, ob ein populationsrelevantes Problem vorliegt oder es sich um Störungen handelt die durch Nutzer des Waldes, wie Mountainbike-Fahrer oder Kletterer hervorgerufen werden. „Es gibt leider bislang wenig verlässliche Studien“, sagt der Ornithologe Mario Hofmann. Sein Team möchte ermitteln, welche Störungen explizit den Bruterfolg zwischen Mihla und Creuzurg verhindern.

In Betracht müssen auch Beeinträchtigungen durch andere Tierarten gezogen werden. „Als Störenfried ist uns am Horst an der Werra beispielsweise der Fuchs bekannt“, spricht Lutz Kromke über Beobachtungen aus dem Monitoring des Vorjahres. Kürzlich berichtete er über die 2019 gesammelten Erkenntnisse beim Runden Tisch Naturschutz. Im Vorjahr saß erstmals ein Wanderfalke in diesem Horst im Werratal, so Lutz Kromke.

„In der Nacht auf Donnerstag war erst ein Waschbär am Brutplatz“, spricht Mario Hofmann über entsprechende Bilder aus der Beobachtungskamera. Er ist verwundert, wie gut Waschbären doch Klettern können. „Bei einem anderen Brutplatz, der eines Wanderfalkens, habe ich erlebt, dass sich ein Waschbär in 20 Meter Höhe gesonnt hat“, erzählt der verblüffte Fachmann vom Verein Thüringer Ornithologen.

Seit einer Woche brüte der Uhu im Horst an einem der Felsen. „Er hat in den letzten Jahren zwar immer gebrütet, aber Jungtiere haben wir leider seit fünf Jahren nicht mehr gesehen“, sagt der Vogelkundler. Ein Grund könnte sein, dass aufgrund eines zu geringen Nahrungsangebotes, die Alttiere zu früh den Brutplatz verlassen müssen und damit Fressfeinden einen „gedeckten Tisch“ servieren. Der Wanderfalke und der Uhu sind in der gegenwärtigen Roten Liste Thüringens oder Deutschlands zwar nicht vertreten, bleiben aber weiterhin „streng geschützte“ Vogelarten.

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