Kaufland öffnet am 3. Dezember im Eisenacher „Tor zur Stadt“

Eisenach.  Mit der Eröffnung von Kaufland im Eisenacher „Tor zur Stadt“ sind die Bauarbeiten am neuen Fachmarktzentrum im Wesentlichen abgeschlossen.

Der zentrale Eingang für Kaufland befindet sich in der Mitte des Fachmarkzentrums in der Bahnhofhstraße, gegenüber der Einmündung der Müllerstraße.

Der zentrale Eingang für Kaufland befindet sich in der Mitte des Fachmarkzentrums in der Bahnhofhstraße, gegenüber der Einmündung der Müllerstraße.

Foto: Birgit Schellbach

Die Handelskette Kaufland öffnet am 3. Dezember im Fachmarktzentrum „Tor zur Stadt“ ihre Pforten. Sie ist der größte Mieter. Im Zuge dieser Eröffnung sind dann auch die Parkplätze im Parkhaus nutzbar. Kaufland-Kunden parken 90 Minuten kostenlos. Dafür lassen sie ihr Park-Ticket an der Kasse entwerten. Wer nicht bei Kaufland einkauft, aber dennoch das Parkhaus nutzen will, zahlt 1,50 Euro je Stunde. „Wir orientieren uns an den Tarifen in den städtischen Parkhäusern“, sagt Christian Kolb, Beauftragter der May-Gruppe für das Eisenacher Vorhaben.

Nutzbar sind vorerst die beiden unteren Parkebenen. In der obersten fehlt noch die Endbeschichtung. „Bei den derzeitigen Temperaturen brauchen wir noch etwas Zeit“, erklärt der Bauleiter der May-Gruppe, Lothar Deubner. Aber insgesamt ist er mit der Bauzeit für das Fachmarktzentrum zufrieden. Das Weihnachtsgeschäft war der Termin, und dieser wird eingehalten.

Sehr kurze Bauzeitnach langer Auseinandersetzung

Im September 2019 war der Grundstein im Beisein von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) gelegt worden. Das Ministerium hatte elf Millionen Euro für die Entsorgung der Altlasten der einstigen Farbenfabrik auf dem Gelände zur Verfügung gestellt. Vorausgegangen waren fast 20 Jahre Planungen, kritische Auseinandersetzungen und Eigentümerwechsel. Der Hochbau unter Regie der May-Gruppe mit Sitz in Itzehoe dauerte 15 Monate. Für viele Eisenacher war das Tempo angesichts der Vorgeschichte dann doch überraschend.

Und das trotz Corona-Krise, denn auch die Großbaustelle hatte damit zu tun, dass Material nicht immer pünktlich geliefert werden konnte. Aber die überwiegend Thüringer Firmen haben nach Einschätzung von Deubner gut und vor allem im Team gearbeitet. „Ich kann keine Unterschiede zu anderen Bauprojekten vorstellen, die ich deutschlandweit betreut habe“, so der Architekt, der aus Eisenach stammt und zuletzt überwiegend in Bayern gearbeitet hat.

Kaufland wird vorrangig Lebensmittel anbieten mit dem Fokus auf Frischeabteilungen wie Obst, Gemüse, Molkereiprodukte sowie Fleisch, Wurst, Käse und Fisch. Im Eingangsbereich ist eine neue Filiale der Bäckerei von Lutz Koscielsky aus Treffurt eingerichtet.

Nach Fertigstellung bis zu 650 Parkplätze

Das markante Treppenhaus in der Mitte des Fachmarktzentrums mit vier Fahrstühlen führt direkt zu Kaufland. Zudem gibt es zwei kleinere Treppenhäuser im Osten (Richtung Bahnhof) und im Westen (Richtung Nikolaitor) mit je einem Fahrstuhl. Wenn alle Parkdecks fertig sind, stehen 620 bis 650 Parkplätze zur Verfügung.

Woolworth, Kik und Rossmann haben bereits ihre Filialen eröffnet. „Ich bin sehr überrascht, wie die Leute doch schon diesen neuen Teil der Bahnhofstraße annehmen, dort einkaufen und spazieren gehen“, äußert Christian Kolb. Eine Ladenfläche ist noch nicht vermietet, die an der Ecke schräg gegenüber vom Hauptbahnhof.

Textilhändler sind aber wegen der Pandemie zurückhaltend. Fahrradhändler sind bisher gut durch die Krise gekommen, aber die Lieferanten können im Moment nicht Schritt halten mit den Nachfragen. Kolb sieht eher Chancen, die Fläche im Frühjahr zu vermieten, wenn die Radsaison wieder beginnt.

Nach dem Fachmarktzentrum sollte ein Hotel mit Mehrzweck- und Tagungshalle auf der Fläche direkt gegenüber vom Hauptbahnhof gebaut werden. „Coronabedingt sind Hotelbetreiber aber sehr verunsichert“, weiß der May-Beauftragte. Im Vordergrund stehe derzeit, die Existenz bestehender Häuser zu sichern und nicht neu zu investieren. Kolb bestätigte ernsthafte Verhandlungen mit zwei/drei Betreibern im Sommer, aber im Moment falle diesbezüglich keine Entscheidung. Es wisse auch niemand, wie sich das Geschäft mit Veranstaltungen und Tagungen entwickelt.

„Wir reden im nächsten Jahr weiter in der Hoffnung, dass es einen Impfstoff gibt“, so Christian Kolb.