Kein Trost, nur Schmerz

Peter Rossbach über den unfassbar traurigen Moment.

Peter Rossbachs

Peter Rossbachs

Foto: Norman Meißner (me), (nm) / Norman Meißner

Es zerreißt einem das Herz. Es gibt diese unfassbar traurigen Momente, in denen einem bewusst wird, dass Dinge wie Tor zur Stadt, Parkgebühren oder TAV, um die es hier immer mal geht, eigentlich nebensächlich sind, und jeder Streit darum im Lichte dieser Katastrophe schon fast lächerlich wirkt. Das Unglück von Berka/Hainich lässt alles andere zurücktreten, unwirklich erscheinen.

Jeder in der Redaktion musste schon über Katastrophen berichten, und jede einzelne hinterlässt Narben auf der Seele, die bei jedem neuen Unglück wieder aufreißen. Doch auch dies tritt zurück.

Dass es tatsächlich Menschen gibt, die sogar in solchen Momenten trotzdem noch mit Hetze und Häme in den sozialen Netzwerken reagieren – das macht mich ratlos. Zum Glück sind es nur wenige.

Selbst wer eigene Kinder hat, wird das Ausmaß der Verzweiflung, Trauer und vielleicht auch Wut der Hinterbliebenen nicht ermessen, höchstens erahnen können. Das liegt außerhalb jeder Vorstellungskraft. Für die Hinterbliebenen ist die Welt gerade stehen geblieben, keine Zukunft, kein Trost, nur Schmerz. Nehmen wir die Hinterbliebenen in Gedanken schweigend in den Arm, zünden wir Kerzen an, versuche wir ihnen Kraft zu geben, stehen wir an ihrer Seite und nehmen wir die Opfer in unsere Herzen auf. Dieser Platz gebührt ihnen.

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