Kleine Andacht statt großer Gottesdienst auf der Wartburg

Jensen Zlotowicz
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Friedrich Kramer (links), Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, und Ministerpräsident Bodo Ramelow, bei der Andacht zum Gedenken an die Ankunft Martin Luthers auf der Wartburg.

Friedrich Kramer (links), Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, und Ministerpräsident Bodo Ramelow, bei der Andacht zum Gedenken an die Ankunft Martin Luthers auf der Wartburg.

Foto: Martin Schutt / dpa

Eisenach.  Im Flüsterbetrieb und nur wenigen Ehrengästen vorbehalten, wird Martin Luthers Ankunft auf der Wartburg vor 500 Jahren gedacht.

„Die Burg ist geschlossen“, so steht es an der versperrten Zugbrücke der Wartburg. Das gilt auch für den Eisenacher Spielmann Thomas Wagner alias Thomasius vom Lerchensang. Gerne hätte der Barde des mittelalterlichen Klanges wie sein Kollege auf der Karlstraße am Dienstag musikalisch auf einem Burghof an die Ankunft Martin Luthers auf der Wartburg vor 500 Jahren erinnert und das historische Ereignis gewürdigt. Musizieren durften Mitglieder des Posaunenchores. Sie waren offiziell zur Andacht geladen.

Eingelassen wurden anlässlich der noch nicht für das Volk eröffneten Sonderausstellung „Luther im Exil. Wartburgalltag 1521“ auf der Burg und einer Andacht im Vorfeld eine kleine Gruppe von Menschen um Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und den evangelischen Landesbischof Friedrich Kramer. Letzterer hielt im Vorfeld des Ausstellungsbesuches die Andacht nicht wie geplant auf dem Burghof – dort oben stürmte es zu sehr – sondern in der Kapelle der Wartburg.

„Wir hatten einen großen Gottesdienst geplant und organisiert, doch beugen uns wie viele andere Menschen auch den Corona-Umständen“, sagte Superintendent Ralf-Peter Fuchs. Auch das sei Teil der Geschichte. Alle Beteiligten hätten das Jubiläum freilich anders gewürdigt als es nun der Fall war. Zum 500. Mal jährte sich die Gefangennahme des durch Kaiser Karl V. mit der Reichsacht belegten Kirchenreformers im Glasbachgrund und seine Überführung auf die Wartburg als Schutzort.

Zwei Tage vorher hatte Luther bei seiner Rückkehr vom Reichstag übrigens in Berka/Werra im „Stern“ genächtigt. An dieses Ereignis erinnert man in Berka selbst plakativ.

Die Wartburg-Stiftung hat ihr Hygienekonzept dafür eingereicht, dass die Sonderausstellung von jedermann besichtigt werden kann. „Wir haben vom Gesundheitsamt bisher jedoch noch kein Signal“, sagt Wartburg-Veranstaltungs-Manager Andreas Volkert am Rande der gestrigen Eröffnung im Flüsterbetrieb. Man könne nur hoffen.