Krankenstand: Wartburgregion in Thüringen erneut ganz vorn

Wartburgregion.  Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems dominieren im Wartburgkreis die Gründe für Fehltagen und das beim thüringenweit höchsten Krankenstand

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt auf einem Tisch neben einem Stift.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt auf einem Tisch neben einem Stift.

Foto: Patrick Pleul/dpa

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Zum zweiten Mal in Folge führt der Gesundheitsreport der Deutschen Angestelltenkrankenkasse (DAK) die Wartburgregion beim Krankenstand in Thüringen auf dem ersten Platz. Die jetzt erst veröffentlichte Statistik beleuchtet das Jahr 2018.

Demnach rangiert die Wartburgregion mit 6,1 Prozent vor dem Unstrut-Hainich-Kreis (6,0) und dem Landkreis Gotha (5,9) ganz vorn. Im Thüringer Mittel liegt der Krankenstand bei 5,3 Prozent. Die Stadt Jena weist mit 4,7 Prozent den niedrigsten Krankenstand auf. Im Bund lag der Krankenstand 2018 bei 4,2 Prozent. „Der vergleichsweise hohe Altersdurchschnitt der Menschen im Raum Eisenach trägt sicher auch zu diesem Ergebnis bei“, sagt Antje Orthey, Leiterin des DAK-Servicezentrums Eisenach/Gotha.

Die meisten Fehltage verursachten laut Statistik 2018 Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (24 Prozent), gefolgt von Erkrankungen des Atmungssystems (17,3), allgemeine Verletzungen (10,7) und psychische Erkrankungen (10,5). Während die Zahl der Verletzungen im Vergleich zu 2017 um acht Prozent sank, stieg die bei Atmung- und Muskel-Skelett-System um neun sowie 15 Prozent. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt gibt es in der Region im Muskel-Skelett-System die größte Differenz (Fehltage je 100 Versicherte: 535/416 Land).

Ein spezielles Augenmerk legt der Gesundheitsreport auf Sucht und Abhängigkeit im Krankheitsgeschehen. Hierfür liegen in der vom Institut Iges erstellten Statistik jedoch nur Thüringer Zahlen und keine regionalen Werte vor. Fehltage wegen sogenannter „Substanzstörungen“ machen demnach 5,3 Prozent aller Fehltage wegen psychischer Erkrankungen aus. Alkohol spielt unter den Substanzen für die Fehlzeiten die größte Rolle (70 Prozent). Bei psychischen Erkrankungen haben betroffene Erwerbstätige etwa mehr als dreimal so viele Fehltage wie Erwerbstätige ohne Hinweis auf mögliche Suchtproblematik.

Erwerbstätige mit Substanzstörungen haben einen fast doppelt so hohen Krankenstand. Am häufigsten münden Substanzstörungen in psychisch bedingte Krankschreibungen. Knapp jeder vierte Beschäftigte ist laut Report tabakabhängig. Dem gegenüber stehen 71,3 Prozent Nichtraucher. Die größte Gruppe der Nie-Raucher gibt es bei den 40- bis 49-Jährigen. Die größte Gruppe der Ex-Raucher macht die Altersgruppe 60 bis 65 Jahre aus. In diesem Altersbereich liegt mit 23,7 Prozent auch die größte Gruppe der aktuellen Raucher. Die niedrigste Raucherquote haben die Beschäftigten von 18 bis 29 Jahren (16,3 Prozent).

Die Nutzer von E-Zigaretten sind ausschließlich Raucher und Ex-Raucher. Knapp 90 Prozent aller Beschäftigten konsumieren laut Gesundheitsreport nicht mit E-Zigarette. All diese Zahlen gehen aus einer Online-Befragung hervor. Demnach konsumieren 84,5 Prozent der Beschäftigten Alkohol. Die Studie veröffentlicht auch Zahlen zu riskantem und schädlichem Alkoholgebrauch, ebenso zur möglichen Abhängigkeit. Experten der Suchtberatung stellen solche Studien wegen der hohen Dunkelziffer allerdings in Frage. Laut Studie trinkt jeder siebte Thüringer riskant, unter anderem an fünf Tagen in der Woche. Riskanten Alkoholkonsum macht die Studie vor allem bei jungen Erwerbstätigen (18 bis 29 Jahren) fest. Das treffe auch auf die Computer-Spielsucht zu.

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