Krauthäuser Gemeinderatsmitglieder nachträglich in der Kritik

Krauthausen.  Eine heftige Debatte zu den Grundstückspreisen im neuen Wohngebiet gab es im Krauthäuser Gemeinderat.

Das Wohnbaugebiet An der Höhle in Krauthausen ist erschlossen.

Das Wohnbaugebiet An der Höhle in Krauthausen ist erschlossen.

Foto: Jensen Zlotowicz

Bürgermeister Frank Moenke (parteilos) wurde deutlich, der Beigeordnete Peter Beschle gar laut. Die späte Kritik von Bürgern zur vermeintlich überproportionalen Subvention der Grundstückspreise im neuen Wohngebiet An der Höhle am Dienstag in der Gemeinderatssitzung konnte das Duo nicht auf sich sitzen lassen. Man habe die derzeit prekäre finanzielle Lage der Gemeinde wegen des massiven Ausfalls bei der Gewerbesteuer ja nicht in der Glaskugel sehen können, erwiderten sie auf die Kritik der Bürger.

Dass man die Grundstücke zum Quadratmeterpreis von etwa 80 Euro und damit deutlich unter den tatsächlichen Erschließungskosten an Krauthäuser Einwohner verkaufe, sei keine Idee der Neuzeit. Vielmehr arbeite man seit Jahren an der Entwicklung des Wohngebiets, weil die Nachfrage nach Bauplätzen groß war. Dass die Gemeinde ihren bauwilligen Bürgern preislich entgegen komme, sei vom Gemeinderat beschlossen worden.

Jedes Gemeinderatsmitglied müsse sich aus Sicht der Kritiker den Vorwurf gefallen lassen, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Denn dieser Beschluss sei gefasst worden als bereits deutlich war, dass auf die einst wohlhabende Gemeinde Krauthausen erhebliche Einnahmeeinbußen zukommen, so die Kritik von Bürgern in der Sitzung. Von insgesamt etwa 300.000 Euro Differenz zwischen tatsächlichen Kosten und den 80 Euro veranschlagten Quadratmeterkosten der 15 Bauplätze ist die Rede.

Bürgermeister Moenke unterstellte den Bürgern, dass sie die Sachlage „nicht verstehen wollen“. Als die Gemeinde wohlhabend war, als Hebesätze und Steuern marginal und Subventionen etwa für die Kita und andere Gruppen und Projekte erheblich waren, habe das auch niemand moniert und gefragt, warum man schlechtere Zeiten nicht ins Kalkül ziehe und nicht spare. Der jetzige Aufschrei wegen des Wohngebiets sei unredlich. Neun der 15 Bauplätze seien bisher verkauft.

Statt der erwartete 2,5 Millionen Euro Gewerbesteuer nimmt Krauthausen in diesem Jahr ganze 25.000 Euro ein. Grund ist aber weniger Corona, sondern die Rückzahlung großer Summen wegen getätigten Investitionen, nicht zuletzt von BMW.