Zwei Jahre für zwei Hinweisschilder: Krauthausen hat erfahren, wie lange Mühlen mahlen können

Krauthausen.  Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger. An diese Redewendung fühlt sich der Gemeinderat Krauthausen erinnert.

Die Baustelle für die Hinweistafel an der B7 bei Krauthausen. Das Fundament trocknet gerade aus.

Die Baustelle für die Hinweistafel an der B7 bei Krauthausen. Das Fundament trocknet gerade aus.

Foto: Jensen Zlotowicz

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Da jubelt der Krauthäuser Gemeinderat. Aber von vorn. Weil das Gast- und Logierhaus des Ortes in einer gemeindeeigenen Immobilie ansässig ist und damit auch die Gemeinde ein Interesse daran hat, dass der „Laden läuft“ und der Pächter seine Miete bezahlt, hatte sich die Kommune für den Gastwirt Hinweistafeln an der angrenzenden Bundesstraße gewünscht. Werbung belebt das Geschäft.

Am 5. Februar 2018, also vor knapp zwei Jahren beantragte die Gemeinde beim Straßenbauamt Südwestthüringen die Beschilderung. Fast postwendend teilte die Behörde der Gemeinde Krauthausen mit, dass mehrere Fachabteilungen des Hauses Zuarbeit leisten müssten und aufgrund der Vielzahl von eingegangenen Anträgen eine termingerechte Bearbeitung nicht möglich sei. Gemeinderatsmitglied Peter Beschle hatte sich für die jüngste Gemeinderatssitzung die Mühe gemacht, eine Chronik des Vorhabens zu erstellen.

Warum wird die Gemeinde für einen Privatmann aktiv?

Das Straßenbauamt hatte anfangs noch eine Frage, die sie der Gemeinde am 14. September per Mail mitteilte: Warum beantragt Krauthausen die Beschilderung für einen privaten Betreiber und fügte hinzu dass nur eine nichtamtliche Beschilderung (grün) in Betracht komme, da es sich nicht um eine touristische Beschilderung handele. Den geforderten Gestaltungsvorschlag samt Antwort ließ die Gemeinde dem Straßenbauamt am 19. Oktober 2018 zukommen.

Postwendend verlangte die Behörde noch weitere Unterlagen. Krauthausen ließ keine Luft an die Sache und brachte die nötigen Dokumente am 23. Oktober auf den Weg. Sechs Tage später bekam es Krauthausen dann schriftlich: es fehlen weitere Unterlagen, Gewerbeerlaubnis und Einverständniserklärung des Pächters, der übrigens auch Gemeinderatsmitglied ist. Am 11. Dezember war auch dieser Auftrag aus Krauthäuser Sicht erfüllt.

Dann wurde das neue Jahr begrüßt. Am 24. Januar 2019 erkundigte sich die Gemeinde vorsichtig nach dem Bearbeitungsstand per Mail und schob die Anfrage schriftlich nach. Und dann endlich, am 7. März 2019 die frohe Kunde vom Straßenbauamt: der Nutzungsvertrag werde erarbeitet. Am 8. April, so hat es Peter Beschle in der Chronik aufgeschrieben, lag der Gemeinde der Vertrag von beiden Parteien unterschrieben vor. Für die Beschaffung der Schilder holte man sich ab 17. April Angebote ein, denn zunächst sei Krauthausen davon ausgegangen, dass die Gemeinde die Schilder selber aufstellen kann. Das Straßenbauamt riet jedoch von der Arbeit durch den Gemeindebauhof ab und empfahl statt dessen, eine Fachfirmas zu beauftragen, da die Montage gemäß Vorschrift zu erfolgen habe und die Frage der Gewährleistung zu beachten sei.

Dieser Kommunikation folgten Europa- und Kommunalwahlen. Ab dem 24. Juni wurden bei Firmen Angebote für die Beschaffung und Montage der Schilder eingeholt. Dann ging es in die Sommerpause. Am 22. Oktober 2019 fasste der Gemeinderat den entsprechenden Beschluss. Gut zwei Wochen später erteilte das Straßenbauamt den Auftrag.

Seit wenigen Tagen ist eine Baufirma mit dem Bau zweier Schilder links und rechts der B7 befasst. Ordentliche Fundamente sind gesetzt. Ob die Schilder auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Antrag fertig werden, ist noch ungewiss. Der Gemeinderat Krauthausen freut sich jedenfalls über die Schilda.

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