Leipzig marginal größer als Eisenach

Norman Meißner über einen besonderen Brocken

Norman Meißner

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Foto: Jensen Zlotowicz

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Eisenach cruist hoch über den Wolken rund um den Globus. Die Lufthansa vergab den Namen der Wartburgstadt vor einiger Zeit einem inzwischen genau zehn Jahre alten Passagierflugzeug A320. Eisenach fliegt aber noch viel, viel höher - in den unendlichen Weiten des Universums. Eisenach kreiselt auch als Kleinstplanet im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter in einer elliptischen Umlaufbahn um unser Zentralgestirn. Eine Umrundung der Sonne dauert für den Kleinstplanet Eisenach, der einen Durchmesser von genau drei Kilometern besitzt, exakt 3,72 Erdenjahre. Dessen Entdecker heißt Freimut Börngen. Der Astronom aus Jena entdeckte den Planetoiden am 15. Januar 1991 mithilfe des Karl-Schwarzschild-Observatoriums. Nur marginal größer als Eisenach ist Leipzig. Das 3,2 Kilometer große Objekt entdeckte er am selben Tag. Das Minor Planet Center in Cambridge (Massachusetts) bestätigte vor genau 20 Jahren erst die Namen. Freimut Börngen gab den von ihm entdeckten Objekten Namen der Wirkungsstätten von Eisenachs großem Musikersohn Johann Sebastian Bach. So schwirren auch Mühlhausen, Arnstadt und Köthen durch das All. Wenige Tage vor dem Mauerfall entdeckte Börngen die Wartburg im Asteroidengürtel. Ob Eisenacher irgendwann Eisenach oder Wartburg besuchen können, steht bislang in den Sternen.

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