Nach 40 Jahren trifft sich der 79er-Jahrgang wieder

Eisenach  Einstige Schülerinnen der Medizinischen Fachschule in Eisenach wieder vereint.

Beim Seminargruppentreffen der Medizinischen Fachschule nach 40 Jahren wieder vereint: Absolventen des Jahres 1979 mit dem heutigen Internisten Michael Töpfer, der der einzige Mann dieser Auszubildenden-Klasse war. Vorn in der Mitte sitzt die Seminargruppenleiterin Charlotte Schachtschabel aus Behringen.

Beim Seminargruppentreffen der Medizinischen Fachschule nach 40 Jahren wieder vereint: Absolventen des Jahres 1979 mit dem heutigen Internisten Michael Töpfer, der der einzige Mann dieser Auszubildenden-Klasse war. Vorn in der Mitte sitzt die Seminargruppenleiterin Charlotte Schachtschabel aus Behringen.

Foto: Jensen Zlotowicz

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Die weiteste Anreise zum Seminargruppentreffen in Eisenach hatte Michael Töpfer. Der heutige Internist kam aus Bergen auf Rügen in seinen Ausbildungsort. Aber auch andere ehemalige Schülerinnen des Abschlussjahrganges 1979 der Medizinischen Fachschule (Mefa) hatten eine durchaus respektable Anreise, etwa aus dem Taunus oder aus Bottrop.

Aus dem vogtländischen Bobenneukirchen war Ute Nitzschmann-Hahn in ihre alte Heimatstadt gekommen, die sie vor neun Jahren wegen der Liebe verlassen hatte. Gemeinsam mit Beate Richter (Gospenroda) war die fidele Ex-Eisenacherin die Initiatorin und Organisatorin des Seminargruppentreffens anlässlich des 40. Jahrestages des Ausbildungsendes zur Krankenschwester oder zum Krankenpfleger an der Mefa.

Der allergrößte Teil der Absolventinnen hatte sich etwa 30 Jahre lang nicht mehr gesehen. Um so größer war das „Hallo“ beim jetzigen Wiedersehen in Eisenach. Und ja, nach 30 Jahren musste die eine oder andere auch mehrmals hinschauen, um die ehemalige Weggefährtin wiederzuerkennen.

Beate Richter und Ute Nitzschmann-Hahn hatten bei der Adressen-Recherche auch einige harte Nüsse zu knacken. Mehrere Wochen der Suche gingen ins Land, erzählten sie. Die Suche nach Gundula Friedewald habe sich wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen gestaltet. Da war es gut, in Krankenschwesterkreisen eine zu kennen, die eine(n) kennt.

In die alte Mefa ist kein Reinkommen

Selbstverständlich führte die Seminargruppe der Weg zum ehemaligen Fachschulgebäude in der Kurstraße. Dort nahmen die Damen und „Quotenmann“ Michael Töpfer mit Bedauern zur Kenntnis, dass ihnen der Weg in die frühere Ausbildungsstätte – heute zu Wohnungen und Gewerberaum umgebaut – verwehrt bliebt.

Erinnerungen freilich lassen sich nicht nehmen und sind immer da, ganz speziell von denen, die die drei Jahre Theorie und Praxis zusätzlich im Internat verbrachten. Etwa ein Drittel des Teilnehmer des Absolvententreffens waren Internatler. An einen Verweis wegen des unerlaubten Rauchens in den Zimmern konnten sich einige erinnern, ausgelöst vom Ausbilder Herr Porsche, der mit seiner Frau damals ebenfalls in Räumen der Mefa wohnte. Dabei habe Porsches Frau doch selbst gequalmt, erinnerten sich die damaligen Schwesternschülerinnen. Ja, dass Rauchen ungesund ist, hat man in der Ausbildung gelernt, aber das seien andere Dinge ja auch.

Eine Uhrzeit, die für die Internatler maßgeblich wie prägend war, ist 22 Uhr. Bis dahin hatten die jungen Bewohner nämlich beim Ausgang wieder in den „heiligen Hallen“ sein müssen. Wer zu spät kam, musste bei der Nachtwache klingeln und auch mehrfaches Klingeln sei „ungesund“ gewesen.

Solche und andere Erlebnisse und Erinnerungen wurden beim gemütlichen Teil in einem Eisenacher Restaurant vertieft und ausgetauscht, historische Dokumente aus den Taschen gezogen.

Mit von der Partie war dort auch die frühere Seminargruppenleiterin Charlotte Schachtschabel. Sie war Krankenschwester-Schülerin (1960 bis 1962) und einige Jahre später Lehrausbilderin an der Mefa zugleich. Zu sich nach Hause in Behringen hatte die Ausbilderin vor etwa 30 Jahren jahrgangsübergreifend ehemalige Schülerinnen eingeladen. Damals waren nur wenige des 1979er-Jahrgangs dabei. Um so rührender war für die 75-Jährige das Treffen jetzt in Eisenach.

Ein Gutteil arbeitet noch im Gesundheitswesen

Aus den Mädchen und Jungen sei durch die Bank etwas geworden, sagt sie. „Wir waren durchaus streng, aber das hat sich in jeder Hinsicht bezahlt gemacht“, sagt Charlotte Schachtschabel. Auch Michael Töpfer, der heutige Arzt, hat diese Ausbildung nicht bereut. Ein Gutteil der ehemaligen Mefa-Absolventinnen dieses Jahrganges ist bis heute im Gesundheitswesen tätig, drei davon noch am St.-Georg-Klinikum in Eisenach.

Das nächste Seminargruppentreffen soll nicht wieder 40 Jahre auf sich warten lassen. In fünf Jahren, schworen sich die Damen und ihr „Hahn im Korb“, wolle man sich wieder treffen. Koste es, was es wolle. Dann wird die eine oder andere gelernte Krankenschwester bereits im Ruhestand, oder besser gesagt, im Unruhestand sein.

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