Perfekter Mix begeistert Publikum in der Georgenkirche

Eisenach.  Fast 700 Menschen erlebten einen Vortrag von Pater Anselm Grün mit der ebenso tollen musikalischen Begleitung des Gospelchores Eisenach.

Die Georgenkirche war zum Benefiz-Abend des Lions-Serviceclubs Eisenach bestens gefüllt.

Die Georgenkirche war zum Benefiz-Abend des Lions-Serviceclubs Eisenach bestens gefüllt.

Foto: Jensen Zlotowicz

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Für den Serviceclub Eisenach unter seinem amtierenden Präsidenten Arne Setzepfandt war der Abend ein Volltreffer. Dass der bekannte Buchautor und katholische Pater Anselm Grün ein Zugpferd ist, war anzunehmen. Dass aber fast 700 Menschen an einem Montagabend in der Georgenkirche Eisenach zu seinem Vortrag strömten, erfüllte die Initiatoren dann doch mit Überraschungsfreude, schließlich fließen die Einnahmen des Benefiz-Abend komplett an Bildungsprojekte für Kinder und Pädagogen in Kindergärten und Schulen. Und noch etwas erwies sich als gute Wahl für diesen Abend, nämlich die musikalische Begleitung durch den Gospelchor Eisenach. Der diesmal 35-köpfige Klangkörper unter Leitung des Vollblutmusikers Thomas Wagler bewies mit zehn Titeln, dass er ein mittlerweile gar nicht mehr so zartes, sondern qualitativ hochwertiges Ensemble der Stadt ist. Beim Publikum verdienten sich Anselm Grün, der Chor und nicht zuletzt die Lions-Mannschaft viel Anerkennung. „Es war ein perfekter Mix“, konstatierte ein zufriedener „Löwe“ Arne Setzepfandt.

Pater Anselm Grün findet den Weg in die Herzen seiner Zuhörer nicht nur durch Worte, auch die Präsenz, die Aura des bayerischen Klosterbruders in Mönchskutte, erreicht die Menschen unmittelbar. Aber Grün hat auch viel zu sagen. In der Georgenkirche brachte er den Zuhörern die Adventszeit näher, ihren Sinn, ihre Wirkung auf und für Menschen. Der Pater betrachtet Gott und den Glauben, Maßstab seines Tuns, nicht durch die rein spirituelle Brille, sondern auch aus philosophischer und psychologischer Sicht. Damit erreicht er auch Menschen, die Kirche eher skeptisch gegenüberstehen.

Sehnsucht ist ein Begriff, den Anselm Grün in der Georgenkirche immer wieder ins Feld führte. „Sehnsucht sättig“, sagt er. Sie sei keine Krankheit wie es der Tiefenpsychologe Sigmund Freud noch sah. Heute werde Sehnsucht anders bewertet. Schon in der Sehnsucht nach Liebe ist Liebe, schon in der Sehnsucht nach Gott ist Gott, spricht der durch viele Bücher und Auftritte bekannt gewordene Pater. Auch in einem Weihnachtsmarkt, so kommerziell er sein mag, liege Sehnsucht nach etwas Besserem, nach Heimat, nach Geborgenheit.

Heimat ist für Anselm Grün ein schwieriges Wort. In der Kindheit jedes Menschen habe sie etwas hinein geleuchtet. Da aber, sei tatsächlich noch niemand gewesen. Dieser Satz bietet Gelegenheit für eigene Interpretationen. „Die Adventszeit dringt wie Heimat in uns ein“, schilderte Grün. Die vielfach getragenen Lieder des Gospelchores Eisenach hüllten die Sätze des Paters in ein Gewand des Innehaltens, des Besinnens.

Der Gastredner forderte das Publikum auf, sich am Ende eines Tages nicht kritisch zu bewerten. „Der Tag ist vorbei. Den können Sie nicht mehr ändern“, so Grün. „Es ist, wie es ist“. Die fast 700 Menschen in der Georgenkirche waren ein aufmerksames wie dankbares Publikum, dass viele Gedanken und Anregungen mit nach Hause nahm. Ein Kernsatz seiner Rede lautet: „Selbstdarstellung, Rollen und Masken führen zum erschöpften Selbst.“ Sehnsucht, so Pater Anselm Grün, gebe Kraft und Zuversicht. Sie ist eine bedeutenden Energiequelle. Und Sehnsucht liege auch in der Botschaft des Advents, in der Sehnsucht nach einem neuem Anfang, nach einer neuen Gesellschaft, die eins und nicht gespalten ist.

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