Respekt für die Polizei und Geld für schnelles Netz

Wartburgregion  Wahl 2019: Die CDU aus Eisenach und Wartburgkreis lädt zum Bürgerdialog mit ihren drei Direktkandidaten für den Landtag.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung und CDU-Kreisvorsitzende Christian Hirte (am Pult) begrüßte die Besucher zum Bürgerdialog im Saal des Eisenacher Steigenberger Hotels „Thüringer Hof“.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung und CDU-Kreisvorsitzende Christian Hirte (am Pult) begrüßte die Besucher zum Bürgerdialog im Saal des Eisenacher Steigenberger Hotels „Thüringer Hof“.

Foto: Peter Rossbach

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„Die rot-rot-grüne Landesregierung hat ihre Chance trotz voller Kassen nicht genutzt. Es braucht jetzt endlich klare und kluge Antworten auf die drängenden Fragen für Thüringens Zukunft.“ Diese Einschätzung von Raymond Walk teilten auch die übrigen, die auf dem Podium beim Bürgerdialog der CDU im „Thüringer Hof“v Platz genommen hatten.

Das war kaum anders zu erwarten, schließlich saßen dort neben dem Direktkandidaten für den Eisenacher Wahlkreis für die Landtagswahl am 27. Oktober die beiden anderen CDU-Bewerber in den beiden anderen heimischen Wahlkreisen: Martin Henkel und Markus Malsch. Eröffnet wurde der Abend vom CDU-Kreisvorsitzenden und Ostbeauftragten der Bundesregierung, Christian Hirte.

Im Kreise der drei Kandidaten ist Martin Henkel der Neue. Während Walk als sicherheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und Malsch als landwirtschaftspolitischer Sprecher bereits seit einer Wahlperiode im Landtag sitzen, will der Geisaer als Nachfolger von Manfred Grob im südlichen Wartburgkreis den direkten Weg in den Landtag beschreiten.

Jeder der drei erhielt zunächst fünf Minuten für ein Eröffnungsstatement. Walk benannte neben Polizei auch Feuerwehr und Ehrenamt als wichtige Schwerpunkte seiner Arbeit. Was die Sicherheit angehe, so seien, sagte Walk, die statistischen Zahlen für die Region Eisenach eigentlich sehr gut. Der Bereich Westthüringen gehöre zu den sichersten Gebieten in Thüringen, und Thüringen sei ja eines der sichersten Bundesländer in ganz Deutschland.

Beim Personal wird auf Verschleiß gefahren

Allerdings werde unter der rot-rot-grünen Landesregierung in Sachen Personal auch in Eisenach auf Verschleiß gefahren. Das führe wegen der hohen Belastung zu hohen Krankenständen, aber es leide auch die Motivation der Polizisten darunter. „Da braucht es mehr Personal, aber auch mehr Respekt aus der Bevölkerung und durch die Vorgesetzten“, argumentierte Walk. Als völlig abwegig empfindet Walk Forderungen aus den Reihen der Linken nach Abschaffung des Verfassungsschutzes. „Wir haben es in Thüringen auch mit rechtem und linkem Extremismus zu tun, ebenso wie mit etwa 300 Islamisten, darunter zehn Gefährder. Da wäre die Abschaffung des Verfassungsschutzes gefährlich.“

Für Henkel stehen Bürokratieabbau und vor allem die Stärkung des ländlichen Raumes ganz oben. „Wir brauchen einen vernünftigen Ausgleich der Interessenlage von Land und Stadt.“ Das gelte für die Ansiedlung von Ärzten wie für den Erhalt der Schulen, für altersgerechtes Wohnen, Pflege und die Investitionen in Infrastruktur wie schnelles Netz. „Das hat der Freistaat zwei Jahre lang verschlafen.“ Zur Infrastruktur zählten auch Digitalisierung der Schulen, Gewerbegebiete oder Straßen. „Da sorgt unsere Bürokratie doch gerade dafür, dass wir im Vergleich zu Bayern und Hessen immer weiter zurückfallen“, so Henkel. Nur wenn dieser Interessenausgleich fair gelinge, werde man dahin kommen, die derzeitige Spaltung der Gesellschaft zu übverwinden.

Für Markus Malsch ist als landwirtschafts- und forstpolitischer Sprecher klar, „dass die Landesregierung die seit Monaten von uns vorgetragenen Warnungen über den Zustand des Waldes schlicht ignoriert hat“. Es müsse dringend gehandelt werden, aber auch die Chancen gesehen werden. „Wir haben viel von der Ressource Wald in Thüringen, aber kaum Grundlagen zur Weiterverarbeitung.“

Bei den Fragen aus dem 40-köpfigen Publikum reichte der Strauß von der Abschaffung der Rundfunk-Gebühren und Windkraft über den Personennahverkehr bis zur Grundrente. Oder etwa zum Vorschlag, frisch ausgebildete Lehrer zunächst für ein Jahr zum Dienst an kleinen Grundschulen auf dem Land zu verpflichten.

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