Rotkreuzler sichern soziales Leben in der Stadt ab

Eisenach.  Weniger Rettungseinsätze, viele ehrenamtliche Betreuungsstunden bei Großbränden. Das DRK-Jahr war voll er Herausforderungen, sagt der Vorstand.

Nach fast 30 Jahren will DRK-Chef Matthias Ecke (2. von links) in den Vorruhestand gehen. Am 29. November zog er gemeinsam mit Präsident Gerhard Schneider (2. von rechts) Bilanz der Rot-Kreuz-Arbeit in diesem Jahr. Geehrt wurden auch langjährige Mitglieder, seit 60 Jahren im DRK aktiv sind Erika Meng (vorn links) und Karin Steinhäuser.

Nach fast 30 Jahren will DRK-Chef Matthias Ecke (2. von links) in den Vorruhestand gehen. Am 29. November zog er gemeinsam mit Präsident Gerhard Schneider (2. von rechts) Bilanz der Rot-Kreuz-Arbeit in diesem Jahr. Geehrt wurden auch langjährige Mitglieder, seit 60 Jahren im DRK aktiv sind Erika Meng (vorn links) und Karin Steinhäuser.

Foto: Katja Schmidberger

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Gerade für die ehrenamtlichen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) war es ein Jahr der Herausforderungen. Kreisbereitschaftsleiter Olaf Braun nannte zur Kreisversammlung am Wochenende einige Großereignisse, bei denen Mitglieder des Sanitäts- und Betreuungszuges an Brand- und Katastropheneinsätzen beteiligt waren. Zwölf Einsätze seien es gewesen, so Braun. Er nannte stellvertretend das Großfeuer am 16. April in der Eisenacher Innenstadt, wo seine Abteilung über Stunden mehr als 30 Bewohner betreute, die auch nach Ende der Löscharbeiten ihre Wohnungen nicht wieder beziehen konnten. Umso mehr zeigte sich DRK-Präsident Gerhard Schneider verwundert, dass kein einziger städtischer Vertreter am Freitagabend den Weg ins Bowling-Center gefunden hatte, wo die Versammlung mit rund 250 Mitarbeitern und ehrenamtlichen Mitgliedern stattfand.

Schneider selbst ging in seiner Rede auf den langwierigen Prozess zur Bebauung des Geländes in der Eisenacher Fischerstadt / Hospitalstraße ein. 2007 hatte das DRK das gesamte Grundstück der ehemaligen Polizeiinspektion erworben. „Für uns stand im Vordergrund, dass – was immer dort auch entsteht – Leistungen des Roten Kreuzes angeboten werden“, so Schneider. Nachdem 2011 das Pflegeheim Haus Fischerstadt mit 36 Pflegeplätzen und sechs barrierefreien Wohnungen eröffnet wurde, war für den südlichen Bereich direkt an der Fischerstadt barrierefreies Wohnen am Wasser geplant. Leider zerschlugen sich die Pläne, 2017 verkaufte der Kreisverband diese Teilfläche an die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG). Mit ihr zusammen sollte ein Gebäude mit barrierefreien Wohnungen sowie einer vom DRK betreuten Wohngemeinschaft entstehen. Erst im Spätsommer 2019 kam wieder Bewegung in die Angelegenheit. Auch weil die Stadt einen Grundstücksteil für den Anbau an die benachbarte Jahnsporthalle benötigt. Derzeit, berichtete Schneider, arbeite man mit der SWG an einem Bauantrag. In den Obergeschossen sollen bis zu 30 barrierefreie Wohnungen entstehen, im Erdgeschoss wird es eine 12er-Wohngemeinschaft geben. Auch die Sozialstation des DRK soll hier Räume erhalten.

Überraschend an dem Abend kam für viele die Nachricht, dass der langjährige Vorstandsvorsitzende Matthias Ecke 2020 in Vorruhestand gehen will. 27 Jahre war er im Vorstand des DRK tätig, habe mit Umsicht die Geschicke der Rotkreuzler geführt, lobte DRK-Präsident Schneider. Vizepräsident Peter Bock fand ebenso nur positive Worte. Ecke habe es geschafft, einen Verein in schwierigen Fahrwassern zu einem wirtschaftlich gesunden Kreisverband wachsen zu lassen. Ecke selbst zeigte sich bescheiden. Er zog am Freitag Bilanz zur Arbeit der Sozialbetriebe. Er nannte als einen Schwerpunkt die Erste-Hilfe-Ausbildung, die Entwicklung des Hausnotrufs und die Altkleidersammlung.

Zum ersten Mal seit mindestens zehn Jahren sei die Anzahl der Rettungsdienste geringer geworden, teilte Matthias Ecke mit. Insgesamt werde man bis Jahresende in etwa zu 10.400 Einsätzen ausgerückt sein. Das seien durchschnittlich 28 Rettungseinsätze pro Tag.

Geehrt wurde zur Versammlung auch eine Scherbdaer Familie. Erika Meng (83) bekam für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft Urkunde und Präsent. Wenig später wurde ihre Tochter Karla Leise aufgerufen. Sie ist seit 45 Jahren aktiv. Auch Olaf Braun ist schon 40 Jahre im Ehrenamt für das DRK unterwegs.

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