„Schmerz und Abschied“ zum dritten Sinfoniekonzert

Eisenach.  Mit Werken von Franz Schubert und Gustav Mahler gastierte die Thüringen-Philharmonie in Eisenach.

Silvia Hauer (Mezzosopran) sang mit verströmender Hingabe ihre Lieder aus dem "Lied von der Erde" von Gustav Mahler, gemeinsam gestaltet mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach unter der Leitung von Chefdirigent Markus Huber.

Silvia Hauer (Mezzosopran) sang mit verströmender Hingabe ihre Lieder aus dem "Lied von der Erde" von Gustav Mahler, gemeinsam gestaltet mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach unter der Leitung von Chefdirigent Markus Huber.

Foto: Horst Gröner

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Zwei bedeutende Werke der klassischen Musikliteratur füllten das 3. Sinfoniekonzert der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach im Eisenacher Landestheater. Wieder stand Markus Huber am Pult. Wieder wurde seine Einführung im Foyer mit Begeisterung und innerem Bezug zu den Werken dankend angenommen. Nicht nur hier, sondern auch im Theaterraum war kein Platz mehr zu bekommen; man muss sich rechtzeitig um Karten bemühen.

„Was bedeutet die Zahl der Sinfonien im Gesamtwerk eines Komponisten? Was ist ’die 7.’, ’die Unvollendete’ für Franz Schubert, was die unnummerierte letzte für Gustav Mahler?“ Diese Gedanken flossen in die Interpretation ein. Beethoven setzte mit der „9.“ eine Grenze, die spätere Komponisten als magisch ansahen. Beide Werke fallen aus der Form der üblichen Sinfonie. Braucht „die 7.“ (D 759) von Schubert noch weitere Sätze?

Werk ist ein gegensätzliches Abbildder Seelenkrämpfe des Kompionisten

Wenn nach dem zweiten der Zuhörer einen Schlusspunkt verspürt, „ist das große Werk vollbracht“. Das Publikum verharrte in Stille, bis es herzlich dankte. „Weanerische Melodieseligkeit“ wechselte mit schroffen Akkorden, ein Abbild der Seelenkämpfe des Komponisten. Dass Kontrabässe so zart spielen können, glaubt man kaum. Wenn der Dirigent auswendig dirigiert, weiß man, wie sehr dieses Werk ihm am Herzen liegt.

Nach der Pause wuchs das Orchester zu voller Stärke an. Gustav Mahler, einer der Meister der In-strumentation weiß die Palette der Instrumente gekonnt einzusetzen. Farbenreich waren die sechs Sätze musiziert. Sechs Sätze in einer Sinfonie und dazu noch zwei Gesangssolisten? „Der Meister kann die Form zerbrechen.“ Die Mezzosopranistin Silvia Hauer und der Tenor Marcel Reijans brillierten mit guter Textverständlichkeit. Da der Zuschauerraum nicht völlig abgedunkelt war, konnte man im Textheft die von Hans Bethge übertragene chinesische Lyrik gut verfolgen. Wie sehr die Interpretation die Zuhörer beeindruckte, zeigten die Sekunden der Stille nach dem letzten Ton der Celesta zu den Worten „Ewig ... ewig!“.

Gemeinschaftsleistung und Dienste mit roten Rosen gewürdigt

Blumen des Dankes an die Solisten und an den Dirigenten folgten. Er bekam rote Rosen. „Dunkelrote Rosen ... und was das bedeutet“ weiß die Instrumentalistin im Orchester. Eigentlich hätte der Strauß größer sein müssen, gern hätte Markus Huber noch mehr an alle seine Mitstreiter verteilt. Ein Konzert ist immer eine Gemeinschaftsleistung. Blumen und ein Geschenk gab es an Birgit Masur. Sie, die Seele unseres Landestheaters tritt in den Ruhestand. Wer soll jetzt die großen und kleinen Probleme im Vorfeld lösen, bis eine Veranstaltung erfolgreich über die Bühne gehen kann? Die geschäftsführende Intendantin des Orchesters Michaela Barchevitch und der Orchestervorstand Elke von Frommanshausen fanden liebevolle Worte des Dankes. Auch das Publikum dankte herzlich. So bekam das Motto des Konzertes „Schmerz und Abschied“ noch eine weitere Bedeutung. Es war das letzte Dienst-Konzert für Birgit Masur. Sicherlich werden wir sie weiterhin auf ihrem Ehrenplatz in der Loge sehen können. Danke!

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