Schulleiter der Wartburgregion warten auf neue Hygienebestimmungen

Wartburgregion.  Nur wenige Klassen werden aktuell im Distanzunterricht von Lehrern unterrichtet.

Für die mehr als 500 Schüler des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums „Schule der Einheit“ in Gerstungen sind vier verschiedene Gesundheitsämter zuständig.

Für die mehr als 500 Schüler des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums „Schule der Einheit“ in Gerstungen sind vier verschiedene Gesundheitsämter zuständig.

Foto: Norman Meißner

„Ich bin echt am Limit“, sagt Gerald Taubert, Schulleiter des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums Gerstungen. Sein Telefon klingelt in diesen schweren Tagen der Corona-Pandemie fast pausenlos. Geduldig beantwortet er die unterschiedlichsten Anfragen besorgter Eltern zu der, wie er sagt, „nicht sonderlich angenehmen Situation“. Viele Eltern seien verunsichert, ob die Gesundheit ihrer Kinder in der Schule gewährleistet werden könne. Vieles darf er aus Datenschutzgründen nicht preisgeben, da Eltern sensible Informationen weiter streuen könnten. Aufgrund der angeheizten Lage und der Sorge für seine Schüler – immerhin stehe er mit vier zuständigen Gesundheitsämtern in regen Kontakt – mache er nachts kaum noch ein Auge zu. Eine Klassenstufe lernt seit Dienstag vorsichtshalber im Distanzunterricht. „Die Zeit ist eigentlich gespickt mit vielen Leistungsüberprüfungen“, sagt der Schulleiter, der sich ärgert, dass sich dadurch alles um Wochen nach hinten verschiebt.

Kommt die generelle Maskenpflicht?

Die Bundeskanzlerin verständigte sich am Mittwoch nach zähen Verhandlungen mit den Länderchefs auf verschärfte Corona-Regeln für die kommenden Wochen. „Im Moment haben wir noch nichts vorliegen – wir warten auf die Durchführungsbestimmungen des Freistaates“, sagt der Leiter der „Schule der Einheit“ gestern. Er rechnet mit einer generellen Maskenpflicht im Unterricht. Dafür spricht sich auch Thomas Giesa, Schulleiter des Martin-Luther-Gymnasiums, aus. Bislang bestand Maskenpflicht nur außerhalb des Unterrichts im Schulgebäude. „Wir haben separate Bereiche für die einzelnen Klassen auf dem Schulhof und für die Esseneinnahme eingerichtet“, führt Thomas Giesa an. Die Situation sei in der Schule von Luthers lieber Stadt noch recht entspannt. „Zum Glück sind wir weitestgehend verschont - bislang mussten wir keine Klassen heimschicken“, erzählt er.

Saisonübliche Erkältungskrankheiten

Völlig anders sieht es am Evangelischen Gymnasium Meiningen aus, das Thomas Giesa derzeit ebenfalls leitet und ihm große Kopfschmerzen bereitet. Auch wenn das Corona-Virus noch nicht ins Luthergymnasium eindrang, sei die personelle Situation aufgrund üblicher Erkältungskrankheiten der kalten Jahreszeit recht angespannt.

„Wir haben einen niedrigeren Krankenstand als sonst üblich im November“, sagt der Schulleiter des Elisabeth-Gymnasiums, Tino Nazareth. In diesen Tagen seien viele vorsichtiger und vermieden Kontakte, sieht er den Grund für sein gesundes Kollegium. Auch in der Frage der Covid-19-Pandemie kann er bislang zufrieden sein: „Wir haben keinen Fall im Haus – wir arbeiten im Vollbetrieb.“

Auch Martina Zänker, Leiterin der Regelschule „Johannes Dicel“ Seebach, und Ilona Langert, Leiterin der Scholl-Schule Eisenach, sind erleichtert. „Wir sind noch in glücklicher Situation, vom Corona-Virus frei zu sein“, sagt Martina Zänker. Beide Schulleiterinnen warten auf die neuen Hygienebestimmungen.