Spuren der Grenze

Birgit Schellbach schreibt über das Vermitteln von Geschichte an junge Menschen.

Birgit Schellbach

Birgit Schellbach

Foto: Norman Meißner

Die 7. Klasse der Freien Waldorfschule Eisenach ist an zwei Tagen 40 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze bei Treffurt gewandert, hat einen zugewachsenen Bunker, einen verfallenen Grenzturm und eine ehemalige Agentenschleuse entdeckt. Ein Mitglied des Heimatvereins erzählte vom Leben im Grenzgebiet.

„Vieles von dem ist heute unvorstellbar für uns“, schreiben die Schüler. Aus ihren Erlebnissen ist ein Beitrag entstanden, der im Wartburgradio am 18. Oktober um 12.30 Uhr zu hören ist.

Gerade unsere Region ist stark durch die Grenze geprägt. Viele Menschen verbinden damit ganz persönliche Erlebnisse. Gespräche mit Zeitzeugen und die Suche nach Spuren, auch Narben, die vor Ort immer noch vorhanden sind, sind mehr wert, als reine Faktenvermittlung. Vor allem für junge Menschen, für die es abstrakt ist, wenn jemand von der innerdeutschen Teilung spricht.

Ich bin neulich auch auf dem früheren Kolonnenweg bei Gerstungen, heute gekennzeichnet als Grünes Band, gewandert und habe im Gipfelbuch auf dem Arnsberg Einträge vom 3. Oktober nachgelesen, die mich berührt haben. So haben Carmen, Wilhelm und Mike geschrieben, dass sie „an einem historischen Tag“ unterwegs waren. Ein anderer Wanderer hat hinterlassen: „Herzlichen Glückwunsch Deutschland!“