Transport für Spenden nach Bulgarien gesucht

Eisenach.  Die Eisenacherin Penka Karow organisiert seit 15 Jahren die Bulgarienhilfe.

Augenoptikermeister Dominik Reukauf, Filialleiter Fielmann in Eisenach, hat die alten Kundenbrillen für die Weihnachtsgeschenk-Aktion der Bulgarienhilfe an Penka Karow weitergereicht.

Augenoptikermeister Dominik Reukauf, Filialleiter Fielmann in Eisenach, hat die alten Kundenbrillen für die Weihnachtsgeschenk-Aktion der Bulgarienhilfe an Penka Karow weitergereicht.

Foto: Norman Meißner

Die Eisenacherin Penka Karow scheut mittlerweile seit 15 Jahren keine Mühen und Kosten, um Leid und Armut in Bulgarien zu mildern. Unzählige Hilfsaktionen und Transporte organisiert sie seither für Mittellose, Benachteiligte, Kinder und Kranke in ihrem alten Heimatland. Schon mit kleinen Gaben gelinge es ihr, vielen Bedürftigen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sagt sie. „Bulgarien ist jetzt das ärmste Land Europas – Rumänien hat uns inzwischen überholt“, ist ihr die Enttäuschung über den Weg ihrer alten Heimat anzumerken.

Seit zwei Wochen etwa gehen viele Frauen in Bulgarien gegen den grassierende Kinderhandel auf die Barrikaden. Kriminelle Banden nutzen die Not mittelloser Mütter, die gezwungen werden, ihre Kinder an vermögende Adoptiveltern in westlichen Staaten zu verkaufen. Penka Karow stehen angesichts solcher Geschichten die Tränen in den Augen.

Brillen, Medizingeräte, Verbandsmaterial

Das für 250 Kinder ausgelegte Schulgebäude in ihrem Heimatort im Bezirk Lukovit nordöstlich von Sofia besuchen heute gerade mal noch 20 Kinder von der Vorschule bis zur achten Klasse. Sehbeeinträchtigten und erkrankten Bulgaren möchte Penka Karow zum Weihnachtsfest eine kleine Freude bereiten. Sie sollen wieder ein Buch oder eine Zeitung lesen können. „Wir nehmen seit vielen Jahren die alten Brillen unserer Kunden entgegen – da ist jetzt eine ganz schöne Menge zusammengekommen“, sagt Augenoptikermeister Dominik Reukauf, Fielmann-Niederlassungsleiter in Eisenach. Rund 3000 Lesehilfen mit Brillenetui könne Penka Karow so nun auf die Reise schicken.

Kriminalität und Korruption erschweren den Transport

Einfach so gibt sie diese Spenden jedoch nicht aus der Hand. „Es ist schlimm – es gibt viel Kriminalität und Korruption auch, aber wie“, sagt sie. Die Spenden gehen zunächst zu Rado Nikolov von der Bulgarischen Botschaft in Berlin. Der Leiter des Bereichs soziale Verantwortung leitet die Spenden dann per Flugzeug nach Bulgarien weiter. Am Flughafen nimmt der Journalist Minzo Hristov der bulgarischen TV-Station Eurocom die Spenden entgegen. Er moderiert eine Sendung, in der Mittellose Hilfe erfahren.

Während sich Bedürftige mit schlechten Augen über die Brillen freuen werden, gibt es auch Hilfe für Patienten mit Bluthochdruck oder mit Zuckerkrankheit. Apothekerin Peggi Schönbein von der Wartburgapotheke im Eisenacher Norden spendiert eine stattliche Anzahl an Blutdruck- und Blutzucker-Messgeräten sowie Verbandsmaterialien.

Überdies schenkte Peggi Schönbein ein besonderes Paar Ballettschuhe, die die frühere Ballettlehrerin Penka Karow zugunsten der Spendenaktion für 125 Euro verkaufen konnte.

Logistikdienste können sich die Spender nicht leisten

Nach dieser Weihnachtsgeschenke-Aktion plant Penka Karow für das kommende Frühjahr wieder eine größere Hilfsaktion. „Ich habe schon viele Arbeitskittel für Ärzte und Krankenschwestern bekommen“, erzählt die rührige Eisenacher Seniorin. Gebraucht werde in bulgarischen Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen und Obdachlosenunterkünften einfach alles – angefangen von Haushaltsgeräten, Geschirr, Fernsehern, Computern, Spielsachen bis hin zu Schuhen und Bekleidung. „Das DRK hat viel gespendet“, freut sich Penka Karow. Nur quält sie ein Problem. „In Deutschland ein Transportunternehmen zu beauftragen, ist viel zu teuer – wir brauchen eine günstige Transportmöglichkeit.“ Sie hofft auf Unterstützung beispielsweise von Logistikunternehmen, die Waren in Deutschland abliefern und leer in Richtung Balkan zurückfahren.

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