Verwaltung prüft zwei Varianten von Hindernisstrecken für Radsportler in Eisenach

Eisenach.  Eine Entscheidung über die Zukunft des gesperrten Radparcours im Stadtpark will die Verwaltung in Kürze herbeiführen. Zwei Varianten werden abgeklopft.

Dirt-Biker Marius Wolf auf dem Parcours an den Bombenlöchern im Eisenacher Stadtpark, als diese Strecke noch nicht gesperrt war.

Dirt-Biker Marius Wolf auf dem Parcours an den Bombenlöchern im Eisenacher Stadtpark, als diese Strecke noch nicht gesperrt war.

Foto: Norman Meißner

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Der Zaun um die sogenannten Bombenlöcher, der weitläufigen, aber gesperrten BMX-Hindernisstrecke im Eisenacher Stadtpark, ist nutzlos, gesteht Arno Minas. Ungeachtet dessen ist der Amtsleiter im Rathaus optimistisch, dass der Trail als Bestandteil der Eisenacher Jugendkultur weiter genutzt werden kann – an dieser oder einer anderen Stelle.

Die Stadtverwaltung arbeitet daran, einen offiziellen Rad-Trail zu schaffen und hat zwei Varianten auf dem Schirm: eine Neuanlage auf einem städtischen Areal unweit der Firma Bosch auf dem Wartenberg bei Hötzelsroda oder die dauerhafte Verkehrssicherheit der bestehenden Bombenlöcher-Anlage im Stadtpark zu gewährleisten. Noch im Frühjahr will die Verwaltung in Absprache mit dem Eisenacher Radsportverein die geeignete Lösung abwägen und diese dann in den Stadtrat einbringen, sagt Arno Minas. Sollte bis dahin jemand eine andere geeignete Fläche (Hanglage und profiliert) für diese Radsportart anbieten, werde man immer gesprächsbereit sein.

Für und Wider in beiden Fällen

Bei beiden Varianten gibt es Für und Wider. Eine neue Hindernisstrecke auf der Fläche unweit vom Bosch-Werk, die ehemalige Absetzbecken nutzen würde, wäre kostspielig und zudem eine Wundertüte. Denn was genau sich in den Mulden befindet, zeige sich erst dann, wenn man sie untersuche.

Und für die dauerhafte Nutzung der Stadtparkanlage wäre die Anfertigung eines Baumkatasters notwendig und regelmäßige Baumschauen. Das Untergraben und Anschütten von Bäumen für die Profilierung der Strecke durch die Radsportler hatte dafür gesorgt, dass der Trail wegen der Gefahr von Baumstürzen von städtischer Seite gesperrt wurde. Drei große umsturzgefährdete Bäume wurden seither dort gefällt.

Weil BMX- oder Dirtbike-Fahren im Wald keine waldtypische Nutzung, sondern Sport ist, wie Amtsleiter Minas betont, gelten besondere Bedingungen. Sport zählt nicht als waldtypische Gefahr. Mit einigen Vorkehrungen hätte die Stadt Eisenach den Stadtpark-Trail weiter offen gehalten, wenn es Unverbesserliche nicht gegeben hätte, die im Sommer vergangenen Jahres dort weiter mit dem Spaten hantiert und so das Gefahrenpotenzial verstärkt hätten. „Wir wollen keinen Wild-West-Sommer erleben“, sagt Amtsleiter Minas mit Blick auf die Saison. Erneute Eigeninitiativen würden entsprechend geahndet.

Stadtverwaltung hat Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Rollgemeinde

Im Blick hat die Stadtverwaltung auch die marode Skateranlage im Sportpark Katzenaue. Die Sportstättenverwaltung hat wegen des Zustands des Skaterparks einen Vor-Ort-Termin mit dem federführenden Verein Rollgemeinde geplant. Dabei werde auch der Zaun geprüft, der an wenigstens einer Stelle nicht mehr existiert. Die Skater in der Katzenaue kämpfen seit Jahren mit dem Problem des Vandalismus und mit illegalem Müll. Sie wünschen sich mehr Unterstützung durch die Stadtverwaltung.

In Erinnerung rufen die Radsportler auch ein vom Eisenacher Architekten Johannes Jäger im Vorjahr präsentiertes Projekt eines „Skate & Bike Flowparkes“ auf einer im Zuge des Hochwasserschutzes der Hörsel entstehenden Freifläche im Dreieck Karolinenstraße, Hörsel und Grabental. Das Vorhaben mit geschätzten Kosten von 250.000 bis 500.000 Euro war auch vor Stadtratsmitgliedern präsentiert, danach jedoch nie wieder aufgegriffen worden. Johannes Jäger selbst hält die Stadt Eisenach in dieser Beziehung für zu tradiert in ihrer Denkweise, zu wenig aufgeschlossen für neue Dinge mit jugendlichem Anspruch.

Der Flowpark würde die Bedürfnisse der Biker und Skater gleichermaßen abdecken und könnte zudem für andere Freizeitaktivitäten wie Beachvolleyball erweitert werden, sagen Jägers Planungen.

Die Skateranlage in der Katzenaue ist Bestandteil der Sportstättenleitplanung, die Fläche ist Eigentum der Stadt. Die Sportanlage gehört dem Verein. Die Zuständigkeit für den zum Teil löchrigen Zaun werde thematisiert.

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