Wie geht es weiter mit der Bergbühne in Fischbach?

Fischbach  Die Zukunft der Bergbühne Fischbach ist gefährdet: Die Sanierung geht nicht voran und die Grundstücksverhältnisse sind unklar. Nur eine Veranstaltung gab es in diesem Jahr hier.

Die Sitzreihen der Bergbühne Fischbach waren in dieser Spielzeit nur einmal gut besetzt, beim Auftritt der Amigos.  

Die Sitzreihen der Bergbühne Fischbach waren in dieser Spielzeit nur einmal gut besetzt, beim Auftritt der Amigos.  

Foto: Wieland Fischer

Auf der Bergbühne Fischbach ist es still geworden. Nur einmal in diesem Jahr ist in dem weiten Areal Beifall aufgebraust, als am Sonntag, 8. September, die Amigos dort eingeflogen waren. Gut tausend Besucher verfolgten den Auftritt des Schlagerduos.

Längst sind Bernd und Karl-Heinz Ulrich abgereist. Bei den Fans klingen deren Schlager nach. Die Stadt Waltershausen, zu der Fischbach gehört, steht hingegen vor einer Grundsatzfrage: Wie weiter mit der Freiluft-Bühne umgehen?

Weitere Konzerte und Gastspiele stehen dort dieses Jahr nicht an. Auch im kommenden Jahr stellt sich der vorläufige Veranstaltungsplan der Freilichtbühne spärlich dar. Und angesichts dessen, dass die Agenturen auf Jahre hinaus Tourneen planen, sind auch keine großen Zuwächse mehr zu erwarten.

Volksmusikstars und Comedian angekündigt

Für die Bergbühne Fischbach sind zwei Veranstaltungen im Jahr 2020 vereinbart worden, das für ein Wochenende. Am 28. August wird der Kabarettist Olaf Schubert erwartet und am Tag darauf die Kastelruther Spatzen. Das ist zu wenig für einen dauerhaften Sommerbetrieb. Selbst beim Auftritt der Amigos waren noch etliche der insgesamt 2000 Sitzplätze frei geblieben.

Das Bespielen der Bergbühne werde immer schwieriger, stellt Bürgermeister Michael Brychcy (CDU) fest. Die Stars gehen in große Stadien oder Kulturhäuser. Die Klientel der Volksmusik- und Schlagerfreunde komme längst nicht mehr wie einst Woche für Woche, besagt seine Erfahrung. Ein Jahr nach dem Beitritt des Emsetals 2014 hatte der damalige Konzertmanager Bernd Rodewald noch sieben Veranstaltungen auf der Bergbühne organisiert. Seither wurden es immer weniger.

Nun steht die Stadt mit Blick auf die Bergbühne vor zwei neuen Herausforderungen. Die Zuschauertribüne der 1953 errichteten Anlage bedarf einer statischen Überprüfung und Sicherung, um die Standfestigkeit langfristig zu gewähren. Das wiederum wäre mit hohen Kosten verbunden.

Besitzer der Bühne in aller Welt verstreut

Jetzt sei auch noch bekannt geworden, dass die Eigentumsverhältnisse der Bergbühne verworren sind. „Als 2014 das Emsetal zur Stadt Waltershausen kam, waren wir davon ausgegangen, dass das gesamte Areal der Kommune gehört“, sagt Bürgermeister Brychcy. So hatte die Stadt als eine der ersten Maßnahmen damals rund 140.000 Euro investiert, um die Bergbühne wieder in einen spielfähigen Zustand zu versetzen und um die bereits vereinbarten Veranstaltungen auch vertraglich abzusichern.

Im Zuge dessen waren die Sitzbänke erneuert worden. Die stehen immerhin auf kommunalem Grund und Boden, auch der damals wieder hergerichtete Bühnenbereich. Aber der große Rest des weitläufigen Geländes befinde sich in Privatbesitz mit zum Teil komplizierten Eigentumsverhältnissen, mit Grundstücken in Erbengemeinschaft, deren Besitzer mitunter in aller Welt verstreut seien.

Die Stadt könne jetzt nicht einfach im guten Glauben weiter investieren, etwa um den Toiletten-Trakt zu erneuern. Die Pflege der Grünanlagen durch die Stadtwirtschaft sei eingestellt worden. „Wir können nicht einfach auf Privatgrundstücken mähen“, kennzeichnet Brychcy den Standpunkt der Kommune. So bleibt es am Ende wohl bei den etwa 50 Mitgliedern des Bergbühnen-Vereins, die mit ihrer Feierabendbrigade das Gelände in Schuss halten. Sie hatten diesen Sommer einen musikalischen Frühschoppen initiiert. Das Stelldichein erinnert an alte Zeiten, als die Bergbühne ein Aushängeschild der Region war und in Sommermonaten Sonntag für Sonntag Hochbetrieb herrschte.

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