Geistliches Wort für Eisenach

Wort zum Sonntag, Eisenach: Die gute Nachricht aus der Bibel

| Lesedauer: 2 Minuten

Pastorin Susanne-Maria Breustedt hat ein Mittel gegen den großen Durcheinanderbringer und schlechte Nachrichten.

Pastorin Susanne-Maria Breustedt, Pfarramt Creuzburg

Pastorin Susanne-Maria Breustedt, Pfarramt Creuzburg

Foto: S. Breustedt

Zunehmend höre ich, wie der Lockdown die Menschen ermüdet und sie sich bange Fragen stellen. Werde ich wieder so viel Kraft für meine Arbeit haben wie vor der Pandemie? Wie habe ich das bloß alles geschafft? Oder: Ich werde immer vergesslicher, immer schusseliger und komme kaum zurecht mit Maske, Brille, Mütze... Eins davon suche ich garantiert immer. So geht es mir auch.

Die Nachrichten von der Begeisterung bei der Jerusalema-Challenge in Lauterbach, vom Praetorius-Jubiläum in Creuzburg, den zahllosen Fotos von Winterausflügen in den Schnee zeigen die große Sehnsucht, wieder gemeinsam etwas erleben zu können. Vorfreude bricht auf, Licht am Horizont.

Oder doch nicht? Meldungen über die Mutationen, erlebe ich als zutiefst verstörend. Ich will sie nicht mehr hören, sie bringen mich durcheinander. Der Durcheinanderbringer, wörtlich ins Griechische übersetzt, heißt diabolos, der Teufel. In der Bibel wird er als der Gegenspieler Gottes beschrieben. Er hat nur ein Ziel: das Verderben der Menschen. Deshalb kämpft er gegen Jesus, den Gott als Retter für die Menschen geschickt hat. Er ist der Versucher, der Feind, der Verführer und gilt als eigentlicher Herrscher der gottfernen Welt, der aber von Gott überwunden und vernichtet wird.

Im Evangelium für morgen, für den ersten Sonntag in der Passionszeit, lesen wir von den Versuchungen, mit denen der Teufel Jesus von seinem Vater trennen will: Nachdem Jesus vierzig Tage gefastet hatte, soll er seine Macht als Sohn Gottes dadurch beweisen, dass er Steine zu Brot macht, sich von der Zinne des Tempels stürzt und dem Teufel die Macht über alle Reiche der Welt übergibt. Jesus widersteht den Versuchungen und sagt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ „Er wird seinen Engeln befehlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen…“ und „Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.“

Martin Luther, der vor 475 Jahren verstorben ist, hat mit dem Durcheinanderbringer, dem Teufel gerungen. Der berühmte Tintenfleck auf der Wartburg erinnert an diesen inneren Kampf. Er hat uns dort die Worte des Neuen Testaments ins Deutsche übersetzt, damit wir sie hören, verstehen und im Herzen bewahren können. An ihnen möchte ich mich festhalten, wenn mich die schlechten Nachrichten durcheinanderbringen wollen.