Wort zum Tage: Am Sonntag beginnt eine besondere Zeit

Pfarrer Bernhard Wehner über Sehnsucht im Advent.

Pfarrer Bernhard Wehner

Pfarrer Bernhard Wehner

Foto: Peter Rossbach

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Es ist nicht zu übersehen und zu überhören. In unserer Stadt hat am Montag bereits der Weihnachtsmarkt eröffnet. Die Gärtner haben Adventsgestecke und -kränze im Angebot. Eine Woche vorher wurde zu einem Abend mit Pater Anselm Grün und dem Gospelchor in die Georgenkirche eingeladen. Das Thema von Pater Grün waren Gedanken zum Advent. Die Kirche war gefüllt, und es war eine eindrucksvolle Stille im Raum. Vielfältige Sehnsucht erfüllte die Besucher.

Man kann natürlich streiten über die richtige Gestaltung der Adventszeit, aber man kann auch den Raum weit öffnen und die Sehnsucht der Menschen spüren. Beim Lesen des biblischen Textes aus dem Buch Jesaja (Jes 2, 1-5) kam mir etwas in Erinnerung, das lange her ist. Der Prophet Jesaja spricht davon, dass der Gott Jakobs Recht schafft zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen wird. Dann kommt der Satz, den junge Leute als Aufnäher auf ihren Jacken trugen: „Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern.“ Dieser kleine Aufnäher erregte den Zorn mancher Lehrer und Schulleiter, die ihn bisweilen sogar von den Jacken abrissen. Einziger anerkannter Friedensdienst sollte in der DDR der staatlich verordnete sein. Das war ein mutiges Zeugnis der jungen Menschen für Frieden.

Würde es uns heute nicht mit Freude erfüllen, wenn der Gott Jakobs Völker zurechtweisen würde oder vielmehr manch einen der Verantwortlichen der Völker? Mit einer Ermutigung fährt der Prophet fort und er sagt: „Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn.“ An diesem 1. Adventssonntag werden Menschen in unseren Kirchen, in vielen Häusern und an anderen Orten die 1. Kerze am Adventskranz anzünden. Als Ausdruck vielfacher Sehnsucht wird sie brennen. Möge ihr Licht uns gehen lassen im Licht des Herrn. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit.

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