Wutha-Farnroda: Pro und Kontra im Schlosspark

Wutha-Farnroda.  Das von Bürgermeisterkandidat Klaus Stöber organisierte Familienfest im Schlosspark Farnroda war Treffpunkt nicht nur für AfD-Freunde.

AfD-Bürgermeisterkandidat Klaus Stöber lud zu einem Familienfest in den Schlosspark von Wutha-Farnroda und verdeutlichte seine politischen Standpunkte.

AfD-Bürgermeisterkandidat Klaus Stöber lud zu einem Familienfest in den Schlosspark von Wutha-Farnroda und verdeutlichte seine politischen Standpunkte.

Foto: Jensen Zlotowicz

Die Tombola beim von AfD-Bürgermeisterkandidat Klaus Stöber veranstalteten Familienfestes am Samstag im Schlosspark von Farnroda war mit attraktiven Gewinnen bestückt. Entsprechend war der Andrang der insgesamt überschaubaren Zahl von Festgästen.

Das Familienfest war bestens angerichtet, bot Raum für Gespräche oder Gelegenheit, Flagge für oder gegen den Bürgermeisterkandidaten der AfD zu zeigen. Johanna Helch, die für die Linken im Gemeinderat Wutha-Farnroda sitzt, verteilte auf dem Platz Flugblätter mit dem inhaltlichen Tenor: Leute, fallt nicht auf den AfD-Mann rein, die AfD sei „eine Gefahr für die Demokratie“.

AfD-Landtagsabgeordnete Herold unterstützt Wahlkampf

Wortführer mit und ohne AfD-Pin am Revers nutzten indes den Nachmittag, ihre Standpunkte unters Volk zu bringen. Tenor: In Deutschland liegt vieles im Argen, müsse gehandelt werden bei kriminellen Flüchtlingen ohne Papieren, bei deren Abschiebung und überhaupt gegen die Politik der etablierten Altparteien. Eine Stöber-Unterstützerin war Corinna Herold, Landtagsmitglied der AfD. Den Auftritt von prominenteren AfD-Politikern lehnte Steuber ab.

Der Bürgermeisterkandidat nutzte das von einem Ruhlaer Sicherheitsunternehmen begleitete Familienfest, um Standpunkte zu verdeutlichen. Dass während seiner Rede ein außerhalb des Festplatzes gezündeter Böller detonierte, hatte wohl System. Vor dem Schlosspark hatten sich einige junge Leute des linken Spektrums postiert, die ihre Haltung zur AfD zum Ausdruck brachten.

Warum er in seiner Wahlkampagne auf das AfD-Logo verzichtet, erklärte Klaus Stöber mit der jüngsten Ausgabe unserer Zeitung in der Hand. Ein Anti-Stöber-Leserbrief darin war Stein des Anstoßes. Mit Rückblick auf seine Vergangenheit in der SPD und weil im Gemeinderat parteiübergreifend agiert werde, habe Stöber das AfD-Logo im Wahlkampf ausgeblendet. „Im Gemeinderat spielen Parteien keine Rolle“, so der ehemalige AfD-Bundestagskandidat. Teamarbeit sei dort gefragt.

Vereinsförderung und engerer Kontakt zu Wirtschaft

Er trete an, um in seiner Heimatgemeinde etwas zu verändern, etwa bei der Jugendarbeit und der aus seiner Sicht zu geringen Vereinsförderung. „Es macht mich traurig, dass wir nicht mehr Geld für unsere Leute ausgeben“. Zudem suche er einen engeren Kontakt zur heimischen Wirtschaft als die jetzige Verwaltungsspitze. Einen Stammtisch wolle er dafür ins Leben rufen.

Mit jedem AfD-Politiker würde sich Stöber übrigens nicht auf eine Bühne stellen, tat der Bürgermeisterkandidat ein ohne Namen zu nennen kund. Parallel verteilte er Schelte an die CDU. Wie ihn Norbert Röttgen Tage zuvor auf einem Wahlkampftermin einer Mitbewerberin in Mosbach auf eine Anfrage hin beschimpft habe, sei eines Bundespolitikers unwürdig.

Auf der Wiese hinter dem Park spielten junge Leute Fußball. Stöber habe nichts gegen ausländische Mitbürger. 30 Prozent seiner Mandanten hätten Migrationshintergrund, so der Steuerberater. Die Bereitschaft zur Integration sei für ihn aber der Bewertungsmaßstab.

Und noch etwas machte der AfD-Mann deutlich: Er mache den Bürgermeisterjob nicht um des Geldes wegen. Vielmehr werde er auf einen Teil seines Gehaltes verzichten und es sozialen Zwecken zukommen lassen.