Zeit zum Lesen, Wandern und Radfahren

Eisenach.  Die katholische Gemeinde Sankt Elisabeth hat Pfarrer Bernhard Wehner in den Ruhestand verabschiedet. Der neue Seelsorger heißt Christian Bock.

Pfarrer Bernhard Wehner von der katholischen Pfarrei St. Elisabeth verabschiedet sich in den Ruhestand.

Pfarrer Bernhard Wehner von der katholischen Pfarrei St. Elisabeth verabschiedet sich in den Ruhestand.

Foto: Birgit Schellbach

Im Regal stehen einige Bücher, die gelesen werden wollen. Pfarrer Bernhard Wehner möchte außerdem wandern und den einen oder anderen Fahrradweg abfahren, sofern es kräftemäßig funktioniert. Der 65-Jährige ist am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes in der Eisenacher Georgenkirche von seiner katholischen Gemeinde Sankt Elisabeth in den Ruhestand verabschiedet worden.

Vier Jahre war er für rund 3000 Gemeindeglieder von Ruhla über Eisenach bis Gerstungen zuständig. Nun ist er Rentner. „Das muss gelernt sein und hört sich sicher leichter an, als es ist“, weiß Bernhard Wehner. Vertretungsweise werde er seine Unterstützung als Seelsorger noch anbieten. So wie er auch Hilfe durch zwei Pensionäre erfahren hat, als es ihm gesundheitlich nicht so gut gegangen ist. Bernhard Wehner wohnt in Herleshausen.

„Ich habe ein sehr angenehmes Miteinander in der Gemeinde und auf der ökumenischen Ebene erlebt“, schätzt der 65-Jährige ein. Besonders in Erinnerung sind ihm das Reformationsjubiläum 2017 und die Gemeindefeste geblieben. Oder als am 1. November 2019 im Rahmen des Bachfestes der Bachchor und das Ambrosiusorchester die Krönungsmesse in der St.-Elisabeth-Kirche aufgeführt haben. „Davon schwärmen immer noch viele“, sagt der scheidende Pfarrer.

Besonders sei auch immer die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gewesen, die Erstkommunionsfeiern, die Firmungen und die religiösen Kinderwochen. Der Pfarrer findet auch, dass die Kirchgemeinde seitens der Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Die Linke) eine große Wertschätzung erfährt. Das schließe ein, dass die Heilige Elisabeth als Namenspatronin der Pfarrei in der Stadt gewürdigt wird.

Im nächsten Jahr soll eine neue Elisabeth-Skulptur an der Predigerkirche an die wegen ihrer karitativen Werke heilig gesprochene Thüringer Landgräfin erinnern. Das muss nach Ansicht des Pfarrers im Ruhestand aber nicht sein. Dafür sollte man sich im Sinne von Elisabeth mehr um Menschen in Armut kümmern, findet er. Armut trete nicht immer offen zu Tage, schließe auch Vereinsamung ein oder das Gefühl, nicht dazu zu gehören.

Ein Beispiel für karitatives Wirken in der Gegenwart ist die Elisabeth-Tafel, an der Menschen mit einer warmen Mahlzeit verköstigt werden. Aber in diesem Jahr ist die gemeinsame Aktion von Caritas und Diakonie wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Überhaupt sind in diesem Jahr die direkten Kontakte weniger geworden. Aber für die Lebendigkeit einer Gemeinde ist es nach Ansicht von Bernhard Wehner wichtig, dass sich die Leute sehen und treffen: „Man weiß im Moment nicht, wie man es richtig macht.“ Dieses Jahr, so denkt der 65-Jährige, wird „nicht ohne Folgen“ bleiben. Wichtig sei aber, Unterstützung zu erfahren. So wie dies auch Elisabeth erlebt hat, als sie sich um einen Leprakranken kümmerte und diesen in ihr Bett gelegt hat. Ihre Mann, Landgraf Ludwig IV., brachte der Überlieferung nach dafür Verständnis auf.

Bernhard Wehner gibt seinem Nachfolger mit auf den Weg, das „angenehme Miteinander“ in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen weiter zu pflegen: „Dass wir am Fronleichnam einen Teil unseres Gottesdienstes auf dem Hof des Diakonissenhauses feiern konnten, fand ich außerordentlich nett.“

Der neue Seelsorger heißt Christian Bock und war zuletzt in der St.-Franziskus-Gemeinde Sömmerda tätig. Er ist 44 Jahre alt und hat Philosophie und Theologie in Erfurt, Frankfurt/Main und Rom studiert. In Rom erfolgte 2015 die Promotion zum Doktor der Theologie. Christian Bock wird sich im Gottesdienst am 1. Advent der Gemeinde vorstellen. Seine Aufgabe wird es sein, eine neue Großpfarrei zu bilden – die letzte im Bistum. Zur bisherigen Struktur kommen noch Bad Salzungen und Bad Liebenstein dazu.