Wuthaer Feuerwehr: Zwei Fahrzeuge, zwei Geschichten

Wutha-Farnroda.  Die Feuerwehr Wutha stellt zwei Einsatzautos in Dienst, ein fabrikneues Auto und ein Fahrzeug, das junge Wehrmitglieder selber aufgerüstet haben.

Mit Leuchtfeuern und dem Geheul aus Martinshörnern empfingen die Feuerwehrleute das neue Einsatzfahrzeug HLF 10 der Wehr Wutha im Wert von 385.000 Euro.

Mit Leuchtfeuern und dem Geheul aus Martinshörnern empfingen die Feuerwehrleute das neue Einsatzfahrzeug HLF 10 der Wehr Wutha im Wert von 385.000 Euro.

Foto: Paul-Philipp Braun

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„Ich habe den Begriff ELW fast zum verbotenen Wort erklärt“, scherzt Elke Gabriel, die das Hobby ihres Sohnes normalerweise nach Kräften unterstützt. Immer wieder habe Sohn Philipp zusammen mit einigen Mitstreitern aus den Feuerwehren in der heimischen Garage an dem Fahrzeug gebaut und geschraubt. Auch am Essenstisch hätte es zeitweilig kein anderes Thema gegeben, erzählte Elke Gabriel.

Die Abkürzung ELW steht für Einsatzleitwagen. Also ein Spezialfahrzeug, das Feuerwehren, Polizei und Rettungsorganisationen als Führungs- und Koordinierungseinrichtung an der Einsatzstelle unterstützen soll. In den vergangenen Jahren erhielten mehrere Feuerwehren des Wartburgkreises und auch das Deutsche Rote Kreuz einen neuen Einsatzleitwagen – alle aus Mitteln des Landes Thüringen und gemäß einer vorherigen Gefahrenanalyse.

Die Gemeinde Wutha-Farnroda ging dabei leer aus. Für Ortsbrandmeister Sandro Hedrich ist das unverständlich: „Unsere Feuerwehren gehören zu den einsatzstärksten Einheiten im Erbstromtal, unser Ausrückegebiet und die Schwerpunkte der Einsätze machen ein solches Fahrzeug notwendig.“ Er freue sich daher, dass sich die Gruppe um den erst 18-jährigen Philipp Gabriel gefunden habe und Eigeninitiative ergriff. Fast vier Monate lang verwandelten sie so das einstige Kleinalarmfahrzeug der Feuerwehr Wutha in einen technisch gut ausgestatteten Einsatzleitwagen mit Heimatwache in Wutha.

Zwei Computerarbeitsplätze, ein Besprechungstisch, Kartenmaterial und Warnsysteme sind nun auf dem Fahrzeug verbaut. Auch tragbare sowie fest verbaute Funkgeräte haben ihren Platz im neuen ELW. „Wir haben das alles in Eigenregie gebaut, nur beim Material bekamen wir Unterstützung“, erzählt Philipp Gabriel. So habe die Gemeindeverwaltung die Computer gestellt, Unternehmen sponserten den mobilen W-Lan-Router, Bildschirme und die Tischvorrichtung. Rund 3000 Euro kostete das Material, die ehrenamtlich erbrachten Ausbaustunden nicht eingerechnet.

Kein Vergleich zum neuen Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug 10 (HLF 10) der Feuerwehr Wutha, das am Samstag seinen ersten Auftritt hatte. Mit Leuchtfeuerwerk und dem Geheul von Martinshörnern wurde der 385.000 Euro teure Feuerwehr-LKW in der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr empfangen. Für Wehrleiter Florian Stieler das Ende eines langen Planungsprozesses und damit der Beginn einer neuen Einsatzära.

Bereits vor vier Jahren hätten die Feuerwehrleute erste Gespräche zur Neubeschaffung geführt, Konzepte zur Ausstattung und Beladung erarbeitet, eine Finanzierung zu klären versucht. „Aus einem Blatt wurde schnell ein ganzer Ordner“, sagte Florian Stieler in seiner Rede zur Übergabe.

Im brandenburgischen Luckenwalde sei das Fahrzeug in diesem Jahr gebaut worden. Dabei sei, so Ortsbrandmeister Hedrich, ein Kompromiss zwischen den Wünschen der Wuthaer Wehrleute und den Anforderungen des Landesverwaltungsamtes als Aufsichts- und Förderbehörde entstanden. Damit löst das HLF das bisherige Löschgruppenfahrzeug mit Baujahr 1996 und Hunderten Einsätzen ab. Das Besondere am neuen roten Auto: Der 2000 Liter Wasser und 200 Liter Schaum fassende Tank, die Ausstattung mit einem hochmodernen Rettungssatz zur Befreiung eingeklemmter Menschen und der sechs Meter hohe Lichtmast.

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