„Ältestes Team der Liga“: Science City Jena startet in die neue Bundesliga-Saison

Jena  Am Sonnabend beginnt für die Jenaer Korbjäger in Berlin die neue Saison in der Basketball-Bundesliga.

Blick auf das Spielfeld in der Jenaer Arena. Hier sollen die Fans mit ihren Lieblingen auch in der neuen Sasion wieder Siege feiern.

Foto: Christoph Worsch

„Vielleicht fünf, vielleicht noch zehn Jahre“, sagt Björn Harmsen und schmunzelt. Solange könne sein Kapitän Derrick Allen noch weiter auf höchstem Niveau spielen. Der 38-Jährige, immerhin zwei Jahre älter als sein Trainer, kann da nur grinsen und den Kopf schütteln. Er ist aber nicht der Alterspräsident im Jenaer Kader vor dem Saisonstart am Sonnabend gegen Alba Berlin. Das ist Immanuel McElroy, der auf ein paar Monate mehr Lebenserfahrung als Allen verweisen kann.

Einen Titel haben die Jenaer schon vor dem Saisonstart gewonnen – sie stellen das älteste Team der BBL (im Schnitt 27,4 Jahre). Dass das nichts heißen muss, haben sie in den zurückliegenden beiden Spielzeiten bewiesen. Zweimal schafften die Thüringer als Außenseiter den Klassenerhalt vorzeitig, kamen ohne Probleme durch die Spielzeit. Guter Basketball ist eben keine Frage des Alters. Letzteres heißt auch jede Menge Erfahrung – und die haben ein Allen, McElroy oder Julius Jenkins wie kaum andere im Oberhaus.

Doch obwohl immerhin acht Spieler aus der Vorsaison gehalten werden konnten, werden die Karten neu gemischt. Vier Neue müssen eingebunden werden „und jeder Wechsel bedeutet eine völlige Veränderung im Team“, erklärt Björn Harmsen. Er müsse immer wieder aufs Neue herausfinden, in welcher Aufstellung die Mannschaft am besten funktioniert. Viel Zeit hatte er in einer „durchwachsenen Vorbereitung“ dafür nicht. Wegen Krankheiten, Verletzungen und der Abstellung von Ikenna Iroegbu zur nigerianischen Nationalmannschaft haben die Saalestädter gestern erst zum vierten Mal mit dem kompletten Kader trainiert.

Dass nur eins von insgesamt acht Vorbereitungsspielen gewonnen werden konnte, sieht Harmsen als nicht dramatisch an. „Wir hätten auch gegen Gegner antreten können, wo wir sieben Spiele gewonnen hätten, haben uns aber bewusst für starke Kontrahenten entschieden.“

Gerade für die Jüngeren im Team seien solche Partien ex-trem wichtig, fügt Kapitän Allen an, der die Mannschaft auf dem richtigen Weg sieht. Die Neuen machen einen guten Eindruck: Jamar Abrams sei „sehr gut“, genauso wie Dru Joyce und Sid-Marlon Theis. Auch Iroegbu habe viel Potenzial, müsse sich aber noch an die europäische Spielweise gewöhnen.

Ob es reicht, die Abgänge von Skyler Bowlin, Maximilian Ugrai und Kylie Weaver (alle Leistungsträger) zu kompensieren, wird die Saison zeigen. Für Jena steht der Klassenerhalt über allem. Trainer Harmsen sieht seine Mannschaft auf einer Stufe mit vier, fünf anderen Teams wie Weißenfels oder die Aufsteiger Vechta und Crailsheim, die ebenfalls über einen geringen Etat verfügen. In den zurückliegenden Spielzeiten zeichnete die Jenaer aber auch aus, dass sie die Großen immer mal wieder überraschen konnten. Diesmal vielleicht schon am Samstag Vizemeister Alba.

Alba Berlin – Science City Jena, Sonnabend, 18 Uhr

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