Jenoptik trennt sich von Rüstungsgeschäft: Fonds übernimmt Vincorion

Tino Zippel
Jenoptik feierte in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum.

Jenoptik feierte in diesem Jahr das 30-jährige Jubiläum.

Foto: Tino Zippel

Jena  Die Jenoptik AG hatte seit Jahren versucht, einen Investor für seinen Sicherheits- und Verteidigungsbereich zu finden. So viele Mitarbeiter verlassen nun den Jenaer Konzern.

Die Jenoptik AG trennt sich von ihrem Rüstungsgeschäft. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, übernimmt die Star Capital Partnership LLP die Division Vincorion und damit 800 Mitarbeiter. Der neue Eigentümer räumt laut Jenoptik Standortgarantien ein.

Der Fonds investiert europaweit in mittelständische Unternehmen und zahlt einen zweistelligen Millionenbetrag für die Übernahme. Zudem übernimmt er Pensionsverpflichtungen, so dass der Gesamtbetrag, der für das Geschäft aufzuwenden ist, bei 130 Millionen Euro liegt. Über weitere Details sei Stillschweigen vereinbart worden, so die Jenoptik.

Vincorion entwickelt, produziert und vertreibt mechatronische Produkte insbesondere für den Sicherheits- und Verteidigungsbereich, die Luftfahrt sowie die Bahn- und Transportindustrie. „Mit dem Verkauf von Vincorion ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Transformation von Jenoptik hin zu einem fokussierten und global führenden Photonik-Konzern geschafft“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik, Stefan Traeger. „Ich bin davon überzeugt, dass sich die Transaktion positiv auf die Ertragslage, das Risikoprofil und die Finanzierungskraft des Konzerns auswirken wird.“

Traeger hofft, dass so nachhaltig orientierten Anlegern der Einstieg in ein Jenoptik-Investment erleichtert wird. Wichtig sei bei den Gesprächen gewesen, dass der Fonds Standortgarantien gewährt habe.

Der Vollzug des Kaufvertrages steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Behörden. Die vollständige Abwicklung soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 erfolgen. Mit rund 800 Mitarbeitern erzielte Vincorion im Jahr 2020 einen Umsatz von 151,7 Millionen Euro. Jenoptik will diese Division ab sofort in der Bilanz als aufgegebenen Geschäftsbereich darstellen und nicht mehr im Konzernumsatz ausweisen.