Reisejournalistin aus Jena erkundet die Heimat - mit zwei Eseln

Jena.  Reisejournalistin und Lichtbildarena-Gründerin Barbara Vetter aus Jena erkundet die Thüringer Heimat vier Wochen lang mit zwei Eseln und Begleitern.

Barbara Vetter, Gründerin der Lichtbildarena Jena, mit ihrer Tochter Lola (10) auf Eselstour.

Barbara Vetter, Gründerin der Lichtbildarena Jena, mit ihrer Tochter Lola (10) auf Eselstour.

Foto: Lichtbildarena Jena

Eigentlich wäre die Reisejournalistin und Lichtbildarena-Gründerin Barbara Vetter aus Jena jetzt wieder mit ihren Töchtern in Peru. Schon im vergangenen Jahr hat sie mit ihren beiden 10 und 14 Jahre alten Mädchen, zwei Maultieren und zwei Eseln ein ambitioniertes Projekt begonnen: vom Pazifik über die Anden bis zum Amazonas zu wandern. 450 Kilometer von der Strecke haben sie 2019 schon geschafft. In diesem und dem nächsten Jahr sollte jeweils an den Zielpunkten wieder angeknüpft und mit den Tieren die Route fortgesetzt werden. So der Plan. Auch diese besondere Reise sollte irgendwann wieder mit einem Vortrag in das Programm der alljährlich stattfindenden Lichtbildarena einfließen.

Doch dann kam Corona, und mit dem Virus wurden alle Pläne umgekrempelt. Die vier von Barbara Vetter in Peru gekauften Tiere sind vorerst untergestellt und versorgt, doch mit ihrer Besitzerin werden sie in diesem Jahr nicht die steinigen Pfade Perus erklimmen. Und auch Barbara Vetter musste umdisponieren: „Ich schnalle in diesem Jahr das Gepäck auf den Rücken heimischer Esel und erkunde die Thüringer Heimat.“ Mit den beiden Langohren Atlanta und Atlas hat sie vergangenes Wochenende einen Testlauf unternommen, um zu schauen, ob die Tiere überhaupt mit ihr mitlaufen und wie sie sich mit einem für sie fremden Begleiter verhalten.

„Alles lief glatt“, erzählt Vetter. „Obwohl unser kurzer Ausflug schon ein kleines Abenteuer war. Besonders Bremsen mögen die beiden Esel nämlich überhaupt nicht. Wir haben ja letztes Jahr schon Erfahrung mit Eseln in Peru gesammelt und wissen, dass ein durchgehender Esel kaum zu halten ist.“ Nun soll es im August für ungefähr vier Wochen auf eine größere Tour durch Thüringen gehen, eventuell die Saale ein Stück flussaufwärts und dann Richtung Grünes Band.

Diesjährige Lichtbildarena coronabedingt abgesagt

Wieder will sie ihre beiden Töchter mitnehmen und wechselnde Begleitungen. Was daraus wird und wohin ihr Weg führt, steht noch in den Sternen. „Eigentlich wollte ich einfach so loslaufen, aber langsam nimmt die Reise wieder Projektcharakter an. Vielleicht fließen all die Erlebnisse in ein Buch ein“, sagt Vetter.

Erst kürzlich hatte sie mit Vincent Heiland verkündet, dass sie die diesjährige Lichtbildarena coronabedingt absagen und auf den 12. bis 14. November 2021 verschieben müssen. „Eine schwere Zeit für uns. Denn ewig kann man nicht von den Reserven leben.“ Deshalb wurde die Idee zum Verkauf von Soli-Gutscheinen in verschiedenen Wertgrößen und einen für Reisen praktischen Spanngurt geboren. Ein Teil der Einnahmen hilft den Veranstaltern und Mitarbeitern über die finanziell schwere Zeit. Erhältlich ist der Gurt in der Buchhandlung Thalia in der Neuen Mitte Jena.

Zur Person

Barbara Vetter wird 1973 in München geboren und geht schon im zarten Alter von einer Woche mit ihren Eltern und drei älteren Geschwistern im familieneigenen VW Bus auf eine Reise nach Spanien. Der Grundstein ist gelegt. Nach dem Abitur entscheidet sie sich für ein Lehramts-Studium der Biologie und Geografie. Sie kommt nach Jena, trifft Vincent Heiland und geht mit ihm auf eine 13-monatige Radtour in den Jemen. Beide erstellen ihren ersten Vortrag, der prompt die begehrte El-Mundo-Trophäe gewinnt. Ab dem Jahr 2002 laden sie schließlich auch andere Kollegen zu Vorträgen in die Lichtbildarena ein. Das Reise-Show-Festival und die darauffolgende Vortragsreihe findet seitdem jährlich statt und zieht pro Saison schätzungsweise 20.000 Besucher in die Hörsäle der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität am Ernst-Abbe-Campus.