Roter Teppich für Studenten

Thomas Stridde über Jenas studentisches Element

Thomas Stridde

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Foto: Thomas Stridde / Thomas Beier

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Zwei Nachrichten im heutigen Lokalteil haben viel miteinander zu tun. Einerseits: Wie die Zahl der Einwohner und der an der Uni Immatrikulierten, so sinkt auch die Zahl jener neuen Studiosi, die in Jena Hauptwohnsitz nehmen. Alles nur ganz leicht, aber immerhin. Andererseits: Für das Soziokultur- und Wohnprojekt am Inselplatz 9a ist endlich eine immobile Alternative gefunden, so dass dem Uni-Campus-Neubau nichts mehr im Wege steht. Ja, sehr wohl kursierte die Meinung, die „Insulaner“ hätten ihr neues Domizil erpresserisch durchgesetzt dank des Zeitdrucks beim Campus-Neubau, dem das Haus Inselplatz 9a weichen soll. Aber hätten die „Insulaner“ ohne diesen Druck obsiegt? Ist es so schwer zu akzeptieren, dass ein Teil der Studentenschaft etwas anders tickt? Dass es neben Miss Blaustrumpf, Nerd und Burschenschafter noch andere jungakademische Originale gibt? Ostdeutschlands Akademikerstadt Nr. 1 tut gut daran, künftigen Studenten aller Couleur einen roten Teppich auszurollen. Allgemein gefasst ist Soziokultur zudem ein preiswertes Unterfangen, weil es den jungen Leuten dabei immer um das selbst organisierte Tun geht – aber eben mit einem Mindestmaß an Raum. Und eine Stadt ohne Studenten? Wie langweilig. Da gehen abends die Bürgersteige deutlich früher hoch.

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