Verfahren nach Mord an Rentnerin in Jena-Winzerla hat begonnen

Gera/Jena  Am Montag hat am Landgericht Gera ein Prozess gegen einen 24-Jährigen begonnen. Er soll seine Nachbarin mit massiver Gewalt getötet haben.

Der Angeklagte soll eine 87-jährige Renterin in Jena getötet haben und sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte soll eine 87-jährige Renterin in Jena getötet haben und sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Foto: Tino Zippel

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Am Landgericht Gera hat am Montag der Mordprozess gegen einen 24-jährigen Flüchtling aus Afghanistan begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 10. Januar 2019 eine Rentnerin in Jena-Winzerla aus Habgier und zur Ermöglichung einer anderen Straftat getötet zu haben. Im Eröffnungsbeschluss hatte das Gericht den rechtlichen Hinweis erteilt, dass neben einer Verurteilung wegen Mordes auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld möglich sei.

Laut Anklagesatz war der Angeklagte direkter Nachbar der Rentnerin. Er soll mit massiver stumpfer Gewalt auf Kopf, Hals, Rumpf, Arme und Beine eingewirkt haben. Zudem soll er ihr eine Stichverletzung in der vorderen linken Flanke zugefügt haben. Die Frau sei erstickt. Anschließend habe er im Jenaer Stadtzentrum bei einer Bankfiliale einen Überweisungsträger eingeworfen, wonach 7000 Euro vom Konto der Rentnerin auf jenes des Angeklagten fließen sollten. Eine Bankmitarbeiterin verhinderte die Überweisung, weil sie an der Unterschrift zweifelte. Zudem handelte es sich nicht um das Konto der Rentnerin, sondern um jenes ihres Enkels, über das sie Verfügungsgewalt hatte.

Die Tochter der Angeklagten ging nach einem Anruf von der Bank zur Polizei. Die fand die Leiche der Frau in einem Rollkoffer in ihrem Keller des Appartementhauses in Jena-Winzerla.

Zum Prozessauftakt wollte sich der Angeklagte nicht zu den Tatvorwürfen äußern. Verteidigerin Stefanie Biewald stellte einen Antrag, weil der Dolmetscher nicht allgemein vereidigt sei. Das Gericht lehnte den Antrag ab, weil der Dolmetscher sehr erfahren sei und Verständigungsschwierigkeiten nicht erkennbar seien.

Als erster Zeuge sagte ein Kriminaloberkommissar aus. Demnach stand der Angeklagte bereits im Fokus, als die Leiche noch nicht gefunden war. Hintergrund war der vorliegende Überweisungsträger. Ein Bereitschaftsrichter bestätigte, dass der Mann zur Fahndung ausgeschrieben wird. Eine Mobilfunkortung ergab, dass er sich im Raum Erfurt aufhielt. Noch am Folgetag klickten dort die Handschellen.

Das Landgericht hat 15 Verhandlungstage bis Januar 2020 angesetzt.

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